27C3 – Erster Tag

Day 0

Im Gegensatz zu früheren Jahren musste ich diesmal nicht schon am Tag 0 ins Zentrum fahren. Ich war einer der Glücklichen, die schon in der ersten Runde eine Dauerkarte bekommen haben. Allerdings habe ich mit Interesse die Diskussion um die Dauerkartenvergabe verfolgt. Ich muss zugeben, dass ich die Personen verstehen kann, die zwar Hotel und Flug buchen konnten, aber keine Karte abbekommen haben. Ich würde auch eine größere Lokation bevorzugen, um mehr Leuten die Teilnahme zu ermöglichen; aber Fefe hat in seinem Blog zwei interessante Einwände gebracht. Zuerst einmal sitzen die Organisatoren wohl zum größten Teil in Berlin und es ist niemand zuzumuten, zur Vorbereitung der Konferenz über einen längeren Zeitraum in eine andere Stadt zu reisen; zumindest nicht, solange die Leute das ehrenamtlich machen. Damit ist der Umzug in eine andere Stadt vom Tisch. Nun stellt sich noch die Frage, ob es innerhalb von Berlin noch eine bessere Lokation gibt. Jedem fällt hierzu sofort das ICC ein; aber laut Fefe wird das abgerissen. Solange also niemand einen besseren Vorschlag hat, werden wir mit dem BCC leben müssen. Mein Vorschlag wäre aber, den Vorverkauf zwei Monate eher starten zu lassen. Dann muss man zwar mit dem Risiko leben, dass man den Fahrplan nicht kennt; aber bisher habe ich immer eine ausreichende Anzahl von guten Talks gefunden.

Soviel also zu Day 0…

Day 1

Da ich prinzipiell nichts von Keynotes halte, bin ich am ersten Tag erst später angereist. Den ersten Vortrag konnte ich nicht besuchen, da der Saal bereits voll war. Endlich wurde das Verfahren von der DEFCON übernommen; wenn der Saal voll ist, kommt keiner mehr rein; Leute an der Tür stellen sicher, dass das auch durchgezogen wird. Damit entfällt auch der größte Teil des Türenklapperns während der Vorträge. Vor der Tür war ein großer Schirm aufgestellt (allerdings mit Tonproblemen), so daß man dort dem Talk folgen konnte. Ich habe aber drauf verzichtet, da dieser Talk als Einstige wohl etwas heftig gewesen wäre (es handelte sich um „Code deobfuscation by optimization“).

Der nächste Vortrag war dann mal wieder ein Augenöffner. In „Contemporary Profiling of Web users“ wurde schön dargelegt, wie sich Profile sammeln lassen, auch wenn man Anonymisierungstools wie z.B. TOR nutzt. Es lässt sich, je nach Nutzerverhalten, mit einer gewissen Treffergenauigkeit ein Profil erstellen, was auch anhand eines Tests nachvollzogen wurde. Dieser Vortrag ist einen Blick wert!

Die knappe Mittagspause hätte fast dazu geführt, dass ich den nächsten Vortrag verpasst hätte; ich habe den letzten Sitzplatz bekommen;-) Der Vortragende (der übrigens in Bochum studiert) hat sehr schön dargelegt, wie man auch bei Binary-only Software erkennen kann, welche Kryptoalgorithmen zum Einsatz kommen („Automatic identification of cryptographic primitives in software“). Vom Inhalt her keine leichte Kost, aber dieser Vortrag gehört definitiv auf die Must-see Liste!

Da das dann doch etwas heftig war, habe ich mich (ausgerüstet mit einem Kaffee) für etwas leichtere Koste entschieden: „Friede sei mit euren Daten“. In diesem Vortrag erzählte ein Datenschutzbeauftragter der evangelischen Kirche etwas über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen normalem und krichlichen Datenschutzrecht und über die Probleme, auf die er gestossen ist. Da in der Kirche IT-Spezialisten wohl noch seltener sind als im Rest der Welt hat er mit teilwesie größeren Widrigkeiten zu kämpfen. Allerdings begründet die (evangelische) Kirche ihren Datenschutz auch aus theologischer Sicht heraus und er schlug vor, dass man die Kirche zu einem Verbündeten beim Thema Datenschutz machen soll. Der Vortrag war doch wohl eher ein Spezialthema, aber nicht uninteressant. Man muss ihn sich nicht ansehen, aber es ist auch keine verschwendete Zeit.

Der nächste Vortrag ist „Hacking Smart phones“. Er war nicht schlecht, aber beim BackTrack Day 2010 bin ich da schon ausreichend informiert worden. Oder um meine Notizen (erstellt auf meinem ARCHOS 70) zu zitieren: ich habe schon bessere Vorträge gehört.

Dank des großen Andrangs beim Essen reicht es nur für einen Kaffee und eine große Brezel, denn nun muss ich mich zwischen zwei Vorträgen entscheiden. Da der Vortrag über Desktop Linux rappelvoll war, entschied ich mich für „Data retention in the EU five years after the directive“. Der Linux-Vortrag muss wohl ganz amüsant gewesen sein, da sich der Vortragende mit dem Publikum angelegt hat (oder umgekehrt). Leider kann man den von mir gewählten Vortrag nicht als amüsant bezeichnen. Obwohl bisher kein Land Belege für den positiven Nutzen von Vorratsdatenspeicherung vorlegen konnte (oder wollte), sieht es wohl so aus als sollte die Massnahme verlängert werden. Um den Vortrag mit einem Wort zu beschreiben: Scary. Dieser Vortrag ist ebenfalls ein Must-see!

Der letzte Vortrag für mich an dem Tag ist die Fortsetzung eines Vortrages vom Kongress aus dem Jahr 2005: „Recent advances in IPv6 insecurity“. Wenn man dem Vortragenden Glauben schenken darf, bietet IPv6 noch reichlich Platz für Angriffe. Man merkt dem Protokoll wohl an, dass es schon 15 Jahre auf dem Buckel hat. Tipp: anschauen!

Da ich noch einen längeren Nach-Hause-Weg hatte, habe ich mich um 23 Uhr auf den Weg gemacht. Leider habe ich dadurch den Vortrag „Adventures in analyzing STUXNET“ verpasst, der (u.a.) von einem Microsoft-Mitarbeiter gehalten wurde. Der Vortrag soll sehr gut gewesen sein.

Day 2

Der Tag fing mit einem Vortrag an, der nostalgische Gefühle in mir weckte: „Reverse Engineering the 6502 MOS CPU“. Ich konnte zwar nur eingeschränkt folgen, aber dieser Vortrag ist für alle alten Säcke wie mich Pflichtprogramm! Allein für diesen Vortrag hat sich das Kommen gelohnt.

Beim nächsten Vortrag reicht eigentlich schon der Name des einen Vortragenden: Karsten Nohl. Und wir wurden nicht enttäuscht;-) Seit Jahren sind Vorträge zur (Un-)Sicherheit von GSM auf dem Kongress ja schon Tradition. Die GSM-Industrie hat bisher die Praktikabilität der Abhörmöglichkeit von GSM geleugnet, da die technische Umsetzung zu teuer wäre.

EPIC FAIL!

Wir sind dann jetzt bei Kosten von unter 100 EURO…

Ansehen („Wideband GSM Sniffing“) und Demo geniessen!

Der nächste Vortrag „Is the SSLiverse a safe place?“ berichtete von Ergebnissen des Projektes SSL Observatory der EFF. Ich hörte Dinge über SSL-Zertifikate, die ich gar nicht wissen wollte… (wie vielen Zertifizierungsstellen vertraut mein Browser?) Unbedingt anschauen!

Der Titel „Building custom dissasemblers“ ist eigentlich etwas irreführend, da es sich eigentlich um eine Analyse von STUXNET handelte. FX hat sich aber den Teil des Codes angeschaut, der die Schadsoftware für die Anlagensteuerung enthielt. Heftiger Stoff, aber durchaus sehenswert.

Nach so viel heftigem Stoff habe ich mir dann mal eine Auszeit gegönnt und habe den nächsten Vortragsblock geschwänzt. Es gab ja auch endlich einen Stand für aktuelle Kongressbekleidung und ich konnte eine passende Jacke ergattern. Die Schlange am stand war übrigens an diesem und dem folgenden Tag länger als bei der Essensausgabe.

Nun kam ein Vortrag, den ich mir eigentlich wegen des Vortragenden angeschaut habe: Dan J. Bernstein. DJB nutze den ersten Teil des Vortrags („High-speed high-security cryptography: encrypting and authenticating the whole Internet“) zu einem Rant über DNSSEC; aufgrund mangelnden Wissens muss ich die Aussagen mal so hinnehmen. Er stellte dann seine Lösung des Problems dar: jedes Paket wird einzeln verschlüsselt und per UDP(!) verschickt (für Details verweise ich auf das Video). Eins wurde zumindest klar: DJB leidet nicht unter mangelhaftem Selbstbewusstsein. Ob seine Lösung technisch sinnvoll ist, wird nun die Annalyse durch Andere zeigen; mir scheinen da noch einige Punkte angreifbar zu sein. Aber trotzdem: ansehen!

Kommen wir zum letzten Vortrag des Tages: „Data Recovery Techniques“. Erster Kritikpunkt: wenn die Folien nicht korrekt angezeit werden, dann korrigiert man das bitte. Es nervt, wenn man Teile nicht lesen kann. Ich fand den Vortrag schwach und bin, wenn ich mich richtig erinnere, früher rausgegangen. Da ich das nur in absoluten Ausnahmefällen mache, kann man erkennen wie schwach der Vortrag war.

Day 3

Der erste Vortragstitel lautete „Ignorance and Peace Narratives in Cyberspace (Cloud Computing, Assessment, and Fools like Me.)“ Klingt seltsam? Seid froh dass ihr nicht dabei wart. Das Ganze war mehr eine (Ab-)Lesung und ich habe dann auch irgendwann abgeschaltet. Positiv ist zu bemerken dass nach einer halben Stunde Schluss war.

Danach folgte dann ein Vortrag über SIP in Heimroutern („SIP home gateways under fire“). Leider litt der Vortrag am Anfang unter dem Abgeschnittene-Folien-Problem und einem zu leisen Redner. Das besserte sich dann auch, aber ansonsten ist von dem Vortrag nicht viel hängen geblieben. Ich werde mir den Vortrag aber noch mal anschauen.

Nun kam es zu einer Premiere (für mich): ich habe Vorträge zugunsten eines Workshops geschwänzt. Eigentlichw ar es kein Workshop; eher ein nettes zusammen sitzen. Aber ich habe gelernt, dass Schlösser öffnen einen gewissen meditativen Charakter hat und, da man nicht unbedingt hingucken muss, eigentlich auch beim Fernsehen gemacht werden kann;-)

Ich wollte eigentlich noch an einem Workshop zum Thema DNA teilnehmen, der aber ausfiel. Das mit den Workshops scheint wohl eh nicht so gut geklappt zu haben, da aus verschiedenen Gründen Workshops ausfielen. Schade.

Der nächste Vortrag hatte mal wieder was mit Krypto zu tun: „Analyzing a modern cryptographic RFID system“. Diesen Vortrag muss ich mir noch mal anschauen, da das mengen- und inhaltsmässig etwas viel war. Ich kann noch nicht mal eine vernünftige Inhaltsangabe wiedergeben.

Danach folgte dann ein weiteres Highlight: „Running your own GSM stack on a phone“. Hier wurde dann noch mal genauer ein Baustein des GSM Abhörens erklärt. Einige Leute bauen jetzt einen offenen GSM-Stack, mit dem amn mittlerweile sogar schon telefonieren kann. Wenn man bedenkt, wie abgeschottet diese GSM-Welt ist, dann ist das eine unglaubliche Leistung. An dieser Stelle mal ein Lob an Harald Welte, der sehr gut vorgetragen hat. Sein Aufruf ist übrigens, sich mal vom TCP/IP-Stack weg- und zu anderen Netzwerken (wie GSM) hinzubewegen, da dort reichlich Potential ist.

Was dann als Vortrag folgte, eignet sich prima zum Fremdschämen: „Chip and PIN is broken“. Ein Forscher aus Cambridge zeigte, wie leicht sich das System des Bezahlens mit Karte (und PIN-Eingabe) austricksen lässt. Mit ein bisschen Hard- und Software denkt das Terminal, dass die PIN korrekt wäre (und schreibt auch auf die Quittung, das mit PIN bezahlt wurde); die Karte denkt, dass mit einer Unterschrift bezahlt wurde. So was ergibt sich, wenn die Spezifikation unsauber ist. Der eigentliche Grund fürs Fremdschämen waren die Abwiegelungen und Verdunklungsmassnahmen der Industrie. Ich glaube mittlerweile dass WORD schon Textbausteine für die Ausreden eingebaut hat. Anschauen!

Den Tag abgeschlossen hat dann der „FNORD Jahresrückblick“. Ganz amüsant, aber der Anfang war etwas lahm und irgendwie fehlte das Feuer. Aber sie haben wie immer überzogen;-)

Aufgrund der späten Stunde habe ich mich dann für den Nach-Hause-Weg entschieden und gegen den Vortrag „FrozenCache“. Sorry Jürgen;-)

Day 4

Der letzte Tag startete mit dem Vortrag „OMG WTF PDF“. Leider war die Vortragende zeitweise schlecht zu verstehen, da sich Kopfmikrone und Kopfdrehen nicht vertragen; dadurch war es manchaml nicht ganz einfach, dem Vortrag zu folgen. Aber ansonsten war der Vortrag sehr gut. Wer denkt sich solche Spezifikationen aus? Eigentlich sollte man um PDF jetzt einen großen Bogen machen. Pflichtvortrag!

Der nächste Vortrag („Ich sehe nicht, dass wir nicht zustimmen werden“) beschäftigte sich mit den Feinheiten der deutschen Sprache und ihrer Ausnutzung durch Politiker. Stellenweise fand ich es sehr pingelig betrachtet, aber Alles in Allem interessant und unterhaltsam. Fazit: durchaus sehenswert.

Bleiben wir bei etwas „anderen“ Vorträgen: „Hackers and Computer Science“. Der Vortragende referierte über die Vorteile der Hacker-Herangehensweise gegenüber dem akademischen Weg. Der Vortrag war durch persönliche Erfahrungen geprägt; man muss dem Vortragenden also nicht unbedingt Recht geben. Aber interessant war es allemal.

Nach einer ausgiebigen Mittagspause habe ich mir einen Platz in Saal 1 erkämpft, um den letzten beiden Vorträgen (zumindest für mich) zu lauschen. Der erste Vortrag „How the Internet sees you“ ging in dieselbe Richtung wie der Vortrag über das Profiling (Tag 1); große Provider können auch hier User identifizieren; insbesondere wenn deren Nutzungsverhalten von dem der Masse abweicht. Kann man sich noch mal anschauen, muss man aber nicht.

Ich beende persönlich den Kongress immer mit den „Security Nightmares“. Die Vortragenden witzelten darüber, dass sie doch mal die Folien aus dem letzten Jahr oder von vor zehn Jahren auflegen könnten um zu sehen, ob es jemand bemerkt. Wenn man sich die Themen aus 2010 und die für 2011 ansieht, dann findet man das nicht mehr so lustig. Es werden immer noch dieselben Fehler gemacht und wenn es dann in die Hose geht, hört man dieselben Sprüche. Auch wie jedes Jahr: eine halbe Stunde überzogen;-)

Fazit

Am Anfang hatte ich die Befürchtung, dass es nur wenig interessante Vorträge geben würde; hier wurde ich (wie immer) eines Besseren belehrt. Die Organisation war wieder etwas besser als beim letzten Mal, auch wenn ich Opfer der „wir überfüllen die Räume nicht“-Politik geworden bin. Ich habe den einen oder anderen Bekannten getroffen, habe mich nett unterhalten und einzig der ausgefallene Workshop ist negativ zu bewerten. Ich würde mich auch darüber freuen, wenn die Projekte im Hack-Center an den jeweiligen Tischen ein A3-Schild anbringen würden, was sie da gerade machen.

Mein Dank an dieser Stelle wieder an alle Helfer: toller Job!

Nachtrag

Was mich wirklich gestört hat, war das Benehmen von Leuten ausserhalb des Gebäudes. Es zeugt von sehr schlechtem Benehmen, wenn man abgenagte Hühnerbeine von KFC quer durch die S-Bahn wirft. Am dritten Tag gar habe ich mich in der Bahn umgesetzt, weil mir nicht klar war ob einige Typen einfach nur laut waren und ob es nicht doch plötzlich in Agression umschlägt. So macht S-Bahn fahren keinen Spass. Und seit wann laufen eigentlich so viele Leute mit Bierflaschen in der Hand durch die Gegend? Man mag mich spiessig nennen, aber ich finde das prollig.

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Buchempfehlungen

Mittlerweile haben sich mal wieder einige gelesene Bücher auf meinem Tisch gesammelt und die möchte ich den Leserinnen und Lesern meines Blogs nicht vorenthalten (es sind scheinbar mehr als ich dachte),

Das erste Buch ist von John D. Barrow und heisst 100 Dinge, von denen du nicht wusstest, dass du sie nicht wusstest. Der Untertitel Wie Mathematik unsere Welt erklärt gibt einen Hinweis darauf, was Gegenstand des Buches ist.John Barrow greift in hundert kurzen Kapitel alle möglichen Themen auf, die in mehr oder weniger direkter Verbindung zur Mathematik stehen. Wir lernen in einem Kapitel, warum Handtücher aus aufgerauhtem Material sind (mehr Oberfläche=saugfähiger); wir lernen aber auch, dass ein amerikanischer Präsident einen Beweis für den Satz des Pythargoras erstellt hat (James Garfiled). So geht es munterw eiter; manche Dinge sind lustig, andere faszinierend, manche auch unverständlich. Alles in Allem ist es ein recht kurzweiliges Buch, dass sich übrigens hervorragend zur Abendlektüre im Hotel eignet. Geschäftsreisen haben manchmal auch positive Seiten;-)

Das zweite Buch (eher Büchlein) ist von Joel Best und hat den Titel Tatort Statistik. Wie der Titel schon verrät, geht es um den kreativen Umgang mit Statistiken und wie man dem auf die Schliche kommt. Sehr schön ist das Beispiel zu Teenager-Selbstmorden in den USA. Laut einer Zeitungsmeldung nimmt sich dort alle 13 Minuten(!) ein Teenager das Leben. Macht man sich aber die Mühe und rechnet die Zahl mal hoch, dann würden sich mehr Teenager das Leben nehmen als es überhaupt Selbstmorde gibt. Die korrekte Zahl ist „alle 113 Minuten“, was immer noch sehr hoch ist. Aber „alle 13 Minuten“ macht sich als Zeitungsschlagzeile deutlich besser. Das Buch ist logisch aufgebaut und führt den Leser durch alle zu beachtenden Punkte. Dieses Buch ist ein klarer Tipp!

Das letzte Buch führt uns in ein anderes Gebiet, das Gebiet der Verschwörungstheorien. Wolfgang Wippermann, seines Zeichens Professor für neuere Geschichte in Berlin, beschreibt in Top Secret – Die großen Verschwörungstheorien und was dahinter steckt Theorien von der Antike (Die Verschwörung des Teufels) bis hin zu aktuellen Theorien (11. September). Das Buch schwankt zwischen „gut zu lesen“ und „akademisch“, wobei es aber im Großen und Ganzen verständlich (und nachvollziehbar) bleibt. Wer auf Hintergründe zum JFK-Attentat oder zum Tod vom Marylin Monroe hofft, der wird enttäuscht; gerade im zweiten Teil des Buches liegt der Schwerpunkt häufig auf antisemitischen Verschwörungstheorien, die interessanterweise von Linken und Rechten benutzt wurden. Das Buch ist weniger populärwissenschaftlich als ich gedacht habe, aber das Lesen lohnt sich trotzdem.

Mal eine Frage an meine Leser: hat euch einer meiner Tipps mal zum Kauf eines Buches animiert?

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Buchtipp zum Thema „Terrorismus“

Seit dem 11. September interessiere ich mich für das Thema „Terrorismus“, insbesondere natürlich für den islamistischen Terror (ich habe zwar auch Bücher zum Thema IRA und Nordirland, aber die liegen noch auf dem „zu lesen“ Stapel). Angefangen von Büchern über den 11. September[1], zu den Verbindungen zwischen den USA und Saudi-Arabien[2], den Motiven von Selbstmordattentätern[3] bis hin zu den Auswirkungen der danach erlassenen Gesetze auf unsere Gesellschaft[4][5]. Mir erschienen von Anfang an die Maßnahmen gegen den Terror überzogen, teilweise inkonsequent und kontraproduktiv und vor allem nicht zielführend. Allerdings bin ich kein Experte auf dem Gebiet und kann meine Meinung nur schwer mit Fakten untermauern.

Diese Einschränkung gilt nicht für Louise Richardson. Die gebürtige Irin ist Professorin an der Harvard University und beschäftigt sich, auch motiviert durch Erlebnisse während ihrer Jugend in Irland, seit vielen Jahren mit dem Thema des Terrorismus. Sie spricht, im Gegensatz zu vielen Anderen, nicht nur über Terroristen sondern auch mit Ihnen. In ihrem Buch Was Terroristen wollen – Die Ursachen der Gewalt und wie wir sie bekämpfen können definiert sie erst einmal was Terrorismus überhaupt ist, um ihn z.B. von Gewalt abzugrenzen, die von Staaten ausgeht. Danach beschreibt sie verschiedene Terrororganisationen und zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Besonders interessant sind ihre Ausführungen zu den kurzfristigen Zielen von Terroristen (insbesondere Selbstmordattentätern): Rache, Ruhm, Reaktion (der Gegenseite). Richardson analysiert die bisherigen Maßnahmen und zeigt auf, warum sie nicht zum Erfolg führen. Abschliessend macht Sie Vorschläge für eine bessere Strategie.

Trotz des ernsten Themas und der Fülle an Informationen ist das Buch gut zu lesen. Wenn überhaupt, dann hat das Buch nur ein Manko: es beschreibt die Situation aus Sicht der USA (gerade auch im Bereich der gemachten Fehler). Die meisten Dinge sind aber allgemeingültig. Falls jemand nur ein Buch zu dem Thema lesen will, dann sollte er dieses Buch lesen.

Fazit: Lesepflicht!

  • [1] Lawrence Wright: Der Tod wird euch finden
  • [2] Robert Baer: Die Saudi-Connection
  • [3] Christoph Reuter: Selbstmordattentäter
  • [4] Heribert Prantl: Der Terrorist als Gesetzgeber
  • [5] Naomi Wolf: Wie zerstört man eine Demokratie
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Ein weiteres Buch…

…das ich gerade beendet habe heisst Lewis Carroll in Numberland und ist von dem Autor Robin Wilson.

Das Buch erzählt auf ca. 200 Seiten die Lebensgeschichte von Charles Dodgson. Dieser Name wird nun den wenigstens Menschen etwas sagen; aber sein Pseudonym Lewis Carroll dürfte deutlich mehr Leuten etwas sagen. Es handelt sich um den Autor der „Alice im Wunderland“-Geschichten. In diesem Buch erfährt man Einiges über das Leben des Autors, seine Vorliebe für (mathematische) Rätsel und auch über seine (weniger bekannten) Beiträge zur Mathematik. Das Buch ist angereichert mit jeder Menge (teils sehr kniffliger) Rätsel, deren Lösungen im Anhang aufgelistet werden.

Ein nettes kleines Buch, dass aber einen speziellen Leserkreis anspricht.

Fazit: Empfehlenswert!

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Automatische Reparaturfunktionen sind Mist…

Diese Woche habe ich unter VMWARE eine Migration von Windows Small Business Server 2003R2 zu Windows 2008R2 und Exchange 2010 getestet. Im Rahmen dieser Migration musste ich einen Windows 2008R2 Server aufsetzen (wie überraschend). Ich gebe auch Servern in Testumgebungen immer feste IP-Adressen; so wie man es auch in der Realität machen soll. Allerdings habe ich W2k8R2 verweigert, sich selbst zum DHCP-Server zu machen; dafür habe ich schliesslich meinen Router.

Unter W2k8R2 gibt es in den IP-Einstellungen einen neuen Punkt namens „Einstellungen beim Beenden prüfen“ (oder so ähnlich). Ich habe mir bisher nicht die Müge gemacht nachzuschauen, was dabei genau geprüft wird; aus Abenteuerlust habe ich es aber mal angeklickt. Der Rechner rödelte eine Zeitlang vor sich hin und vermeldete dann ganz stolz, dass er ein Problem korrigiert hätte. Die tolle Korrektur war, dass die IP-Einstellungen wieder von „feste IP“ auf „DHCP“ geändert worden waren:-(

Könnte mal bitte jemand in Seattle die Trinkwaserqualität überprüfen?

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Superstau

Die Rückfahrt aus dem urlaub ging diesmal von Mecklenburg-Vorpommern (Müritz Seenplatte) über Berlin nach Essen zurück. Damit uns nicht langweilig wird, durften wir auf dem 706 KM an drei Staus teilnehmen (inkl. einer Umleitung). Ich dachte schon, unsere 9:48 Stunden wären übel, aber andere trifft es im Moment wohl härter. In China gibt es einen Stau, der über 60 Meilen geht und nun schon 9 Tage andauert. Es soll Leute geben, die dort schon seit 3 Tagen festsitzen. Die Schnellstrasse hat übrigens 4 Fahrspuren in jede Richtung…

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Was ich im Urlaub gelesen habe

Der Urlaub ist fast vorbei und ich hatte mal wieder die Gelegenheit, meine Nase in ein paar Bücher zu stecken. Da ich die erste Woche des Urlaubs in Berlin verbracht habe, schaute ich auch mal bei DUSSMANNS vorbei. Dort fand ich zwei Bücher, die die ursprünglich mitgebrachten Bücher verdrängt haben.

Bei dem ersten Buch muss ich zugeben, dass ich es nicht komplett gelesen habe; die Beispiele habe ich teilweise übersprungen. Das liegt aber vor allem daran, dass meine Assemblerkenntnisse eher bescheiden sind. Wer ein gutes Buch sucht, dass man in Berlin im Cafe Einstein bei Tee und Kuchen lesen kann (habe ich getan), dem empfehle ich Aus dem Tagebuch eines Bughunters von Tobias Klein. Der Autor beschreibt in seinem Buch ausführlich, wie er Schwachstellen in Software gefunden hat. Mit ein bisschen Anstrengung kann man den Weg zumindest in groben Zügen nachvollziehen. Die beschribenen Bugs finden sich in Windows- und Linux-Software, in OpenSolaris und beim iPhone. Tobias Klein beschreibt auch, wie die einzelnen Firmen mit den gemeldeten Sicherheitslücken umgegangen sind. Mein persönlicher Favorit ist ein Fehler im OSX (XNU-Kernel), der in vergleichbaren BSD-Kerneln schon 1994 behoben wurde. Das Buch enthält auch einen interessanten Anhang, der unter anderem das Aufsetzen eines Remote-Kernel-Debuggers für Windows (mit Hilfe von VMWARE) erklärt.

Nun kann ich die Lektüre von Hacking – Die Kunst des Exploits (Jon Erickson) fortsetzen, die ich für das Bughunting-Tagebuch unterbrochen habe.

Das zweite Buch hat nicht direkt mit IT zu tun; viel mehr geht es darum, wie man seine eigenen Rede- und Präsentationsfähigkeiten verbessern kann. Scott Berkuns Buch Bekenntnisse eines Redners ist eines der besten und interessantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Scott Berkun beschreibt, welche Fehler man beim Vortragen machen kann und wie man sie vermeiden kann. Es geht hier aber nicht um bessere Folien, sondern wirklich um grundlegende Techniken. er fügt immer wieder (teils von ihm erlebte) Geschichten ein, die allein schon den Kauf des Buches wert sind. Ein Beispiel für einen guten (wenn auch unangenehmen) Tipp ist, dass man seine Vorträge üben sollte. Neben der dadurch erreichten Selbstsicherheit stellt man so rechtzeitig fest, ob der eigenen Vortrag in die vorgegebene Zeit passt und ob das Ganze überhaupt Sinn ergibt. Scott Berkun beschreibt aber auch, wie man mit schwierigem Publikum umgeht und was man machen soll, falls in dem 1200 Personen fassenden Saal nur fünf Zuhörer sind (merke: mache nie einen Vortrag zeitgleich zu Linux Torvalds;-)). ein klarer Kauftipp!

PS: Meine Lieblingsgeschichte: wie während eines Vortrags in Russland bewaffnete Spezialkräfte den Raum stürmten und einen Zuhörer abführten. Die anwesenden japanischen Manager sollen Russland nie wieder besucht haben…

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Wer liest schon Spezifikationen?

Ich übernehme ja eigentlich nicht Artikel, die schon anderswo erschienen sind, aber der ist einfach zu gut (und es mag Leute geben, die Fefes Blog immer noch nicht regelmäßig lesen).

Aus einer Diskussion über Gerätesicherheit:

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It may interest you to know that one of the first level design specifications for the avionics for the Boeing 787 Dreamliner was that the avionics firmware should be capable of being upgraded _in flight_.

Needless to say, somebody sane saw this and the specification got changed.

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Für die des Englischen nicht so mächtigen: in ersten Designentwürfen für die Boeing 787 war eine Möglichkeit vorgesehen, die Firmware während des Fluges upzudaten.

Da fällt selbst mir nichts mehr zu ein.

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Exchange 2010 MailTipps

Der Benutzer wird z.B. darauf hingeweisen dass der Anhang zu groß ist, er sehr viele Empfänger angegeben aht oder der Empfänger sich ausserhalb der Exchange-Organisation befindet.

Heute habe ich nun eine weitere Variante kennen gelernt: man bekommt Abwesenheitsinformationen von Benutzern der gleichen Exchange-Organisation noch vor dem Versenden angezeigt. Eine, wie ich finde, echt praktische Funktion.

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Was mir in letzter Zeit unter die Augen kam…

Mittlerweile haben sich wieder einige gelesene Bücher auf meinem Tisch angesammelt; einer der wenigen Vorteile von Bahnfahrten an weit entfernte Orte.

Fangen wir mit einem Roman an: Der Mann, der nichts vergessen konnte von Ralf Isau. Der Hauptdarsteller ist ein Deutscher, der nach einem traumatischen Erlebnis in seiner Kindheit nichts mehr vergessen kann, was er mal gesehen oder gelesen hat. Er wird nun in eine Geheimdienstgeschichte verwickelt, beid er es um die Echtheit der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und um verschlüsselte Dokumente geht. Die Geschichte ist ganz nett und ich habe den Kauf nicht bereut, aber mehr als den Preis für das Taschenbuch hätte ich dafür nicht ausgegeben.

Der zweite Roman hingegen ist ein Fingernägelvernichter erster Güte. Daemon von David Suarez hat eigentlich nur einen Schwachpunkt: der zweite Teil erscheint auf Deutsch erst 2011 (und nach Stig Larsons Buch The girl with the dragon tattoo wollte ich bei englischen Romanen erst mal eine Pause einlegen). Es geht in Daemon um einen Spieleentwickler, der kurz vor seinem Tod in sein Online-Rollenspiel einige Veränderungen eingebaut hat, die nach seinem Tod einen teuflischen Plan ausführen. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Dieses Buch gehört in jedes Urlaubsgepäck!

Kommen wir nun mal zu etwas ganz Anderem. Dank eines Besuchs von Ausserhalb sind wir nun endlich dazu gekommen, mal wieder Zeche Zollverein zu besuchen. Im Souveniershop bin ich über Hennes Benders Buch Komma lecker bei mich bei gestolpert, dass den Untertitel „Kleines Ruhrpott-Lexikon“ trägt.Eigentlich sagt der Untertitel schon alles; dieses Buch hilft nicht nur Auswärtigen, den Ruhrgebietler besser zu verstehen, sondern macht auch wieder klar, warum ich hier so gerne lebe.

Und wieder ein kompletter Themenwechsel: Exit Mundi von Maarten Keulemans beschreibt auf humorvolle, aber informative Weise die möglichen Szenarien, in denen unsere Welt mal untergehen könnte. Manche Szenarien können jederzeit eintreten (wie ein Meteroiteneinschlag), andere sind zeitlich eher weiter entfernt (Ausbrennen der Sonne). Es werden aber auch etwas „exotischere“ Möglichkeiten vorgestellt wie die Eliminierung der Menschheit durch Maschinenwesen. Zu jedem Szenario gibt es wissenschaftliche Informationen, so daß neben dem Spaß die Wissenserweiterung nicht zu kurz kommt. Ein morbides Thema sehr humorvoll aufbereitet; das erinnert mich übrigens an Aus die Maus von Christian Sprang und Matthias Nöllke, das ich an dieser Stelle mal lobend erwähnen möchte (in diesem Buch geht es um ungewöhnliche Todesanzeigen). Für den wissenschaftlich Interessierten ist Exit Mundi eine echte Empfehlung und eignet sich auch gut als Geschenk.

Kommen wir zum letzten Buch: Machtlos von Alex Berg. Das Buch spielt in Deutschland und schildert eine Situation, in der die weibliche Hauptperson unschuldig zur Terrorverdächtigen wird. Das Positive zuerst: das Buch ist spannend. Dank einer längeren Zugfahrt konnte ich das Buch (376 Seiten) in einem Tag durchlesen. Allerdings sind die Szenen des Buches sehr realistisch. Da es unter Anderem um Geheimgefängnisse der CIA geht, sind einige Szenen sehr drastisch. Leider gibt es im Lauf der Geschichte eine Wendung, die einen der „guten“ Hauptdarsteller plötzlich in negativeres Licht taucht. Mein Unbehagen darüber liegt aber wahrscheinlich auch darin begründet, dass auch dieser Teil der Geschichte realistisch ist. Die Welt wird so dargestellt, wie sie ist; nicht so, wie man sie sich wünscht. Gleiches gilt auch für die Politiker, die so dargestellt sind, wie wir sie kennen. Die Welt der Geheimdienste und der Politik ist eben schmutzig und die Charta der Menschenrechte, die immer wieder zitiert wird, scheint auch nur je nach Interessenlage zu gelten. Was mich aberw ahrscheinlich wirklich berührt hat an der Geschichte war die Tatsache, dass die Hauptfigur ebenfalls zwei kleine Kinder hat und sich zeitweise nicht sicher war, ob sie diese wiedersieht. Der Erzähler beschreibt auch, wie der Vater seinen kleinen Kindern erklären muss, was da vor sich geht. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Also: klare Kaufempfehlung!

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