Bücher, Bücher, Bücher…

Leider ist wieder viel zu viel Zeit vergangen seit dem letzten Post. Und viel ist passiert in der Zeit. Zum Beispiel war ich in der Reha, was mir die Zeit verschafft hat, mal wieder in Ruhe ein Paar Bücher zu lesen.

Aber auch vor und auch der Reha habe ich einige Bücher gelesen (wenn auch zu wenig); deshalb wird das jetzt hier ein langer Post.

Den Anfang machen einige Bücher zum Thema Aquarellmalerei. Malen ist Bestandteil der Reha und auch vorher hatte ich schon an Wochenend-Workshops teilgenommen.

Urban Sketching ganz einfach von Antje Linker-Wenzel

Urban Sketching ist ein relativ neuer Trend, bei dem sich Leute zusammenfinden und gemeinsam malen. Hierbei kommst es nicht auf die Genauigkeit an; vielmehr soll eine bestimmte Szene oder Szenerie eingefangen werden. Das Buch gibt hier einen ersten Einstieg; über das notwendige Material, dem Verwenden von Aquarelltechniken bis hin zu Fragen der Perspektive. An vielen Beispielen wird aufgezeigt, wie bunte Bilder entstehen. Leider habe ich es noch nicht geschafft, an so einem Event teilzunehmen. Ich habe es mir aber fest vorgenommen!

Gelassenheit durch Malen von Inga Buividavice

Dieses Buch beschreibt (auch für Einsteiger), wie man die Natur mit Wasserfarben abbildet. Es wird gezeigt, wie man relativ einfach Blumen, Blätter und auch Bäume malt. Fragen des Lichts und von Struktur und Symmetrie werden ebenfalls behandelt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Malen entspannt!

Urban Watercolor Journey von Sue Hiepler

Hier wird, wie auch beim Urban Sketching, gezeigt wie man seine Umgebung mit Aquarellfarben abbilden kann. Im Gegensatz zum Urban Sketching sehen die Bilder hier aber sorgfältiger gemalt aus; also ein ganz anderer Stil (ohne jede Wertung). Auch hier fängt das Buch mit Fragend es Materials an und geht dann, über ein wenig Farbenlehre, über zu Techniken. Danach gibt es dann jede Menge Beispiele. Es wird auch über perspektive gesprochen, wie man das Bild vorzeichnet und wann weniger mehr ist.

Urban Watercolor Workbook von Sue Hiepler

Dieses Buch ergänzt Urban Watercolor Journey und enthält viele Beispiele und Aufgaben.


In der Reha habe ich in der örtlichen Thalia-Buchhandlung (die sich sicherlich noch lange an mich erinnern wird;-)) mehrere interessante Bücher gefunden:

Besser grübeln von Judith Werner

Viele, die in der Reha sind, neigen zum häufigen Grübeln. Oft findet man abends nicht in den Schlaf, weil die Gedanken ewig kreisen. Nur leider kommt da oft nichts Sinnvolles bei raus. Die Autorin erklärt in ihrem Buch, warum Grübeln nicht grundsätzlich falsch ist und warum wir besser anstatt weniger grübeln sollten. Das ist eins dieser Bücher, die man lesen, dann weglegen und nach einem Jahr noch mal lesen sollte. Sehr interessant!

Stress verstehen von Prof. Dr. med. Eva Peters

Stress ist heutzutage ein ständiger Begleiter für viele Menschen. Aber was ist Stress überhaupt? Und was macht Stress mit uns? Diese Fragen beantwortet das Buch und es gibt auch Tipps. wie man besser mit Stress umgehen kann. Ich habe mich doch sehr erschreckt darüber, was Dauerstress mit Körper, Geist und Seele anstellen kann. Das ist aber kein Lifestyle-Binsenweisheiten-Buch; es wird wissenschaftlich erklärt, wie alles zusammenhängt.


Aber ich habe seit langem auch mal wieder Romane gelesen. Bei den Stichpunkten Japan, Katzen und Coffee Shop konnte ich einfach nicht widerstehen. Und das zweite Buch war mit 127 Seiten verlockend kurz.

The Full Moon Coffe Shop von Mai Mochizuki (englisch)

Ich lese ja nicht häufig Romane. Aber bei einem Buch über einen Coffee Shop in Kyoto, der von zwei sprechenden Katzen bevölkert wird, konnte ich nicht nein sagen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich glaube, so ein Coffee Shop würde vielen Menschen helfen. Absolute Leseempfehlung!

Das Cafe am Rande der Welt von John Strelecky

Aber zu etwas Anderem: Japan. Hier habe ich (nicht nur in der Reha) in der letzten Zeit mehrere Bücher gelesen:

Typisch Japan (keine Autorenangabe)

Das bebilderte Buch ist keiner der üblichen Reiseführer, der einen Ort nach dem Anderen und eine Sehenswürdigkeit nach der Nächsten abhandelt. Es beginnt mit den Besonderheiten der Jahreszeiten in Japan und geht dann über zu den Unterschieden verschiedener Teile Japans. Dann werden Dinge wie Ikebana und Bonsai besprochen. Aber es bleibt nicht nur bei „alten“ Traditionen; direkt danach folgt ein Kapitel über das innovative Japan. Weitere Kapitel sind das kreative, das unterhaltsame, das kulinarische und das gesunde Japan. Eine Menge Informationen auf 219 Seiten.

Abroad in Japan von Chris Broad (englisch)

Der Autor kam als Englischlehrer nach Japan, ohne ein Wort Japanisch zu verstehen. Ein Kultur Clash vom Feinsten. Der Autor macht sich aber nie über Japan und seine Einwohner lustig sondern eher über seine eigenen Anpassungsschwierigkeiten. Und am Ende kann er nicht nur Japanisch sondern aus geplanten drei sind zehn Jahre geworden. Ein sehr schön zu lesendes Buch!

Samurai von Daichi Kobayashi

Wer ein kurzes, aber gutes Buch über Samurai sucht, ist bei diesem Titel gut aufgehoben. Auf 72 Seiten erfährt man Vieles über die Geschichte und die Bräuche der Samurai. Es werden auch einige der berühmtesten Samurai vorgestellt.

Ein kurzweiliges Buch und gut auch als kleines Geschenk geeignet!

Einfach Japanisch von Hirofumi Yamada

Hiro (so nennt er sich auch selbst auf Instagram; er ist auch auf YouTube und TikTok)) beschreibt einen Aufenthalt in Japan. Von der Ankunft, Einkaufen und Ausflügen bis hin zur Abreise bringt er uns Japan und die japanische Kultur näher. Und dabei wird einem auch noch Japanisch beigebracht!

Mit Sicherheit kein Buch zum Nebenbei-Lesen; aber wirklich gut geschrieben.


Aber mal zurück zur Politik; konkret zu Rechtsextremismus früher und heute:

Hitlers treues Volk von Felix Bohr (Herausgeber)

Es wird ja gerne so getan als wäre n Hitler und seine Vasallen durch Zufall oder mit Gewalt an die Macht gekommen und alle anderen Deutschen wären im Widerstand gewesen. Und auch heute hört man oft: „es war ja nicht alles falsch, was Hitler gemacht hat“.

Dieses Buch zeigt, dass die Zustimmung zu der Politik der NSDAP größer war als man heute gerne wahrhaben will. Sei es aus Überzeugung oder Opportunismus; viele Deutsche hatten keine Berührungsängste mit dem Regime.

Das Buch geht auch auf das Schweigen in der Nachkriegszeit und auf die Frage ein, ob sich die Geschichte wiederholen kann.

Ein wichtiges und interessantes Buch!

Zu Besuch am rechten Rand von Sally Lisa Starken

Wer mal wissen will, warum Leute die AfD wählen, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Hier wird nicht von außen draufgeschaut; die Autorin spricht direkt mit den Leuten. Man muss mit deren Argumenten nicht überein stimmen (ich tue es nicht); aber verstehen heißt ja nicht zustimmen. Will man erfolgreich gegen die AfD vorgehen und das Ganze bei einer Nachfolgepartei wieder „durchspielen“, wird man um das Zuhören nicht herumkommen (auch wenn es oft schmerzt).


 

Und hier noch einige Titel, die ich eigentlich noch einsortieren wollte. Aber dieser Blogpost liegt schon zu lange rum; also raus damit;-)

Lobbyland von Marco Bülow

Marco Bülow gibt auf ca. 200 Seiten zahlreiche Beispiele für Lobbyismus mit negativen Folgen für das Land und seine Bürger. Als (ehemaliger?) Bundestagsabgeordneter kennt er den Politikbetrieb von innen und beschreibt sehr eindringlich, woran es in unserem Parlament krankt. Aber er stellt auch Lösungen vor, über die man diskutieren kann.

Ein wichtiges Buch!

Kopf frei von Volker Busch

Die heutige Welt ist hektisch und laut. Ständig prasseln Informationen auf uns ein; sowohl Wichtiges als auch Unwichtiges. Wer hat nicht schon mal darunter gelitten?

Volker Busch schaut sich die Themen Klarheit, Konzentration und Kreativität an, benennt das Problem und die Folgen und bietet dann jeweils Lösungen an.

Ein empfehlenswertes Buch!

Klima Bullshit Bingo von Jan Hegenberg

Wenn es um die Energiewende oder um die Klimarettung geht, wird man immer wieder mit denselben Argumenten konfrontiert. In diesem Buch nun werden die gängigsten Stammtischparolen untersucht und widerlegt; eine Parole nach der anderen.

„Aber in E-Autos ist Lithium“ ist so eine Parole. Grundsätzlich ist das ja richtig; aber in dem entsprechenden Kapitel wird dann dargelegt, dass man dann auch konsequenterweise auf viele andere (Edel)Metalle verzichten müsste, deren Abbau deutlich schädlicher ist (was nicht bedeutet, dass beim Abbau von Lithium noch Verbesserungspotential vorhanden wäre). Ich habe aus dem Kapitel z.B. gelernt, dass Lithium zu einem großen Teil aus Australien kommt.

 Das Buch ist sicherlich eine gute Vorbereitung für die nächste Familienfeier;-)

„Aber meiner Tante hat’s geholfen“ von Maximilian Doeckel und Jonathan Focke

Ich bin großer Fan der Quarks Science Cops und höre regelmäßig deren Podcast. Dort stellen sie regelmäßig Scharlatane und Quacksalber an den Pranger, die gutgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche ziehen. Dabei folgen sie aber streng wissenschaftlichen Methoden. Und ihre Vorgehensweise haben sie in ein Buch gepackt. Wer sich dafür interessiert, wie man wissenschaftlichen Blödsinn entlarvt, für den ist dieses Buch genau richtig.

Und nicht vergessen, den Podcast zu abonnieren!

Write (keine Autorenangabe)

Die Idee eines eigenes Buches haben viele Menschen; mich eingeschlossen. Aber wie fängt man? Worauf muss man achten, damit es eine gute Geschichte wird?

Dabei hilft „Write“. der gesamte Weg eines Buches von der ersten Idee bis zur Veröffentlichung wird beschrieben. Es gibt grundsätzliche Tipps „“Heldenreise“!) und Autoren erzählen, was ihnen geholfen hat. Interessant ist auch, wie man überhaupt an einen Verlag kommt und wie dann der Weg des Buches ist.

Europas Brandstifter: Putins Krieg gegen den Westen von Marcus Bensmann, David Schraven u.a.

Der CORRECTIV-Verlag ist ein gemeinnütziges Verlagshaus, dass sich dem investigativen Journalismus verschieben hat. Ein wichtiges Thema ist deshalb Russland und die Versuche der russischen Regierung, Einfluss auf die Länder des Westens zu nehmen. Das Buch fasst die Ergebnisse der Recherchen zu Russland zusammen und sollte von jedem politisch interessierten Menschen gelesen werden (insbesondere von denen, die sich durch eine besondere Nähe zu Russland auszeichnen). Sehr interessant, insbesondere auch aus Sicht der IT-Sicherheit, ist das Kapitel zur hybriden Kriegsführung. Aber es geht auch um die Seilschaften in Deutschland, die lange Zeit gute Geschäfte mit Russland gemacht und uns so in die Gasabhängigkeit getrieben haben.

Soul of Tokyo von Fany und Amandine Pechiodat

Soul of Tokyo ist ein Reiseführer. Aber hier geht es vor allem um die verborgenen Schätze von Tokyo. Das mit vielen Bildern gespickte Buch führt einen an Orte, die man vielleicht sonst als Tourist übersehen hätte.

Da ich (noch) nicht in Tokyo war, kann ich nicht sagen wie gut die Tipps sind. Aber wenn ich nach Tokyo reise, werde ich das Buch sicher mitnehmen.

Frau Komachi empfiehlt ein Buch von Michiko Aoyama

Ein weiterer Roman aus Japan. Nicht ganz so gut wie „The Full Moon Coffee Shop“; aber gute Unterhaltung. Menschen verschlägt es aus unterschiedlichen Gründen in eine öffentliche Bücherei. Dort gibt ihnen Frau Komachi nicht nur die gewünschten Bücher sondern immer auch ein scheinbar nicht passendes Buch. Und jede Person erhält einen Gegenstand aus Filz. Und wie sich herausstellt, sind diese beiden Gegenstände die Schlüssel zur Lösung der Probleme der Person.

Was Sie dachten niemals über Japan wissen zu wollen von Matthias Reich

Dieses Buch lässt mich etwas zwiespältig zurück. Der Autor selbst lebt seit 15 Jahren in Japan. Liest man sich die einzelnen Kapitel durch, so klingt es zeitweise schon etwas negativ. Aber wie der Autor in seinem Vorwort schreibt: dem Autor würden übers ein Heimatland mindestens genauso schnell 55 verschiedene Skurrilitäten einfallen.

Aber trotzdem ist das Buch interessant zu lesen und korrigiert den etwas verklärten Blick von außen auf Japan und seine Einwohner.

Die kürzeste Geschichte Japans von Christopher Harding

Eigentlich sagt der Titel schon alles. Angefangen von der Besiedlung Japans vor ca. 35.000 Jahren bis hin zur Gegenwart wird einem auf ca. 260 Seiten die Geschichte Japans näher gebracht. Einen großen Raum nehmen die Einigung Japans, die Jahrhunderte der Abschottung und die Jahre der Öffnung ein. Das Buch verliert sich nicht in unnötigen Details; aber es rast aber auch nicht durch die Zeit. Wer einen Einstige in die Geschichte Japans sucht, der ist hier genau richtig.

Katzenpfade Japan von Jola Jaworska

Dieses kleine Buch (ca. 130 Seiten) besticht durch seine wunderbaren Zeichnungen; und damit sind nicht nur die Katzenzeichnungen gemeint. Es wird Wissen und die Geschichte Japans vermittelt, aber auch über das moderne Japan und die japanische Kultur. Und es wird auch noch ein wenig Japanisch vermittelt;-)

Ein wirklich schönes Buch, welches sich auch als Geschenk eignet!

Bevor der Kaffee kalt wird von Toshikazu Kawaguchi

In einem kleinen Cafe gibt es einen besonderen Tisch. Setzt man sich and eisen Tisch, so kann man in der Zeit reisen. Aber es gibt ein paar Einschränkungen. Und man muss zurück sein bevor der Kaffee kalt wird. Und egal was man tut: die Gegenwart ändert sich nicht.

Das Cafe wird von interessanten Personen bevölkert und im Laufe der Geschichte reisen einige von Ihnen durch die Zeit. Wer mal abschalten will, für den ist dieses Buch genau richtig. Auch wenn traurige Themen angesprochen werden, so ist die Gesamtstimmung doch positiv und optimistisch.

Perspektive verstehen von Stephanie Bower

Wer sich für das Zeichnen oder Malen interessiert und auch mal selbst etwas erschaffen will, stellt am Anfang fest dass die Proportionen in Bildern, die Landschaften oder Gebäude zeigen, irgendwie nicht stimmen. Um hier besser zu werden, ist dieses Buch eine große Hilfe. Anhand von guten Erklärungen und vielen Beispielen werden die verschiedenen Arten von Perspektiven erläutert. Auch wenn man nicht selber malt oder zeichnet, so sieht man nach der Lektüre Bilder mit anderen Augen und erkennt auch, wie sich die Malerei im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt hat.

Das Buch ist auch hilfreich, wenn man sich für Urban Sketching interessiert.

Mit der Katze weiter um die Welt von Martin Klauka

Dieses Buch ist eigentlich ein Fehlkauf. Nicht weil es schlecht ist (ganz im Gegenteil); aber ich habe nicht gemerkt dass es das zweite Buch des Autors ist. In beiden Büchern beschreibt er seine Reise auf dem Motorrad (die Königin), begleitet von seiner Katze Mogli (der Prinzessin). In 5 Jahren, 2 Monate und 27 Tagen hat er insgesamt 84.000 km zurückgelegt (bis an die Südspitze Indiens) und dabei 22 Länder besucht. Da wird man schon neidisch. Und es zeigt sich dass Motorradfahrer und Katzenliebhaber in allen Ländern nette Menschen sind. 

Und das die meisten Menschen eigentlich nur in Ruhe und Frieden ihr Leben leben wollen.

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