Monthly archives "Juni 2012"

Noch ein paar Buchkritiken

Das erste Buch ist ein deutscher Kriminalroman, der das aktuell so beliebte Thema „Computerkriminalität“ zum Inhalt hat. Es geht um den Inhaber eines Internet-Unternehmens, der bemerkt dass jemand in sein System eingebrochen ist. Seine Systeme sollen als Sprungbrett für einen Angriff auf das Bundeskanzleramt genutzt werden. Der Held kämpft hierbei nicht nur gegen externe Feinde, sondern auch gegen Verräter in der eigenen Firma.Takeover von Fritjof Karnani ist akzeptabel, wenn man nur wenig andere Bücher zu dem Thema kennt. Vergleicht man es aber mit Büchern von z.B. Jeffery Deaver, fällt es doch etwas ab; gerade das Ende war etwas unbefriedigend. Allerdings gibt es das Buch auch als Taschenbuch und dann ist es als Urlaubslektüre durchaus zu empfehlen.

Nun ein ganz großer Sprung zu einem anderen Thema: Mission Gottesreich von Oda Lambrecht und Christian Baars. Der Untertitel „Fundamentalistische Christen in Deutschland“ verrät, worum es in dem Buch geht. Wir regen uns ja gerne über die religiöse Rechte ind en USA auf und übersehen dabei, dass es solche Leute durchaus auch bei uns gibt. Glaubt man den Buchautoren, sind es in Deutschland schon über eine Million.Auch bei uns gibt es Anhänger einer antiquierten Sexualmoral (Selbstbefriedigung, Homosexualität) und auch hier leben Vertreter des Kreationismus und des „Intelligent Design“. Insbesondere ist interessant, wie viel Einfluss solche Leute u.a. durch das Betreiben von staatlich anerkannten Ersatzschulen haben. Vielleicht sollten wir unsere Augen mal von den USA ab und auf unser eigenes Land richten.

Und wieder ein thematischer Sprung hin zu dem kleinen Büchlein Feindbild Islam von Jürgen Todenhöfer. Todenhöfer stellt hier zehn Thesen auf (und begründet sie), die unserem Bild über den Islam (und ebesonders den Meldungen in der Presse) widerspricht. Schon die erste These beschreibt sehr eindringlich, dass eigentlich die westliche Welt deutlich gewalttätiger als die muslimische ist. Beispiele hier sind z.B. Algerien und der Irak zu Zeiten der Kolonialisierung. In einer weiteren these wird beschrieben, dass die Unterdrückung der Frauen eher auf archaischen Bräuchen als auf dem Koran beruht (z.B. Beschneidung, die auch in christlic geprägten afrikanischen Ländern praktiziert wird). Aber Todenhöfer macht auch den Moslems klar, dass sie z.B. im Bereich der Frauenrechte, aber auch bei der Abgrenzung von Fanatikern noch Einiges zu tun haben. Insgesamt ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt. Und der Preis von fünf Euro hält nun nicht gerade vom Kauf ab (das Büchlein hat aber auch nur 65 Seiten).

Welches Thema hatten wir noch nicht? Wie wäre es mal mit dem Thema „Ernährung“? Thilo Bode, der Gründer der Organisation „Foodwatch“, beschreibt in Die Essensfälscher, was uns die Lebensmittelkonzerne so auftischen. Da geht es von Wellness-Produkten über mangelnde Qualität hin zur „Zuckerlüge“ und zu angeblichen Bioprodukten. Bode kritisiert aber nicht nur, er macht auch Vorschläge. Ich hatte dem Thema „Ernährung“ bisher wenig Aufmerksamkeit gewidmet; aber das Buch regt wirklich zum Nachdenken an. Für mich eine klare Kaufempfehlung!

Thematisch zum Stichwort „Nachdenken“ passt das Buch Die Kunst des klaren Denkens von Rolf Dobelli. Auf knapp über 200 Seiten betrachtet der Autor 52 klassische Denkfehler und gibt Tipps, wie mans ie künftig vermeiden kann. Sei es der „Overconfidence-Effekt“ (die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten), der „Knappheitsirrtum“ (knappe Kekse schmecken besser) oder „The Association Bias“ (das Verknüpfen von Ereignissen, die in Wirklichkeit nicht zusammen hängen); das Buch regt zum Nachdenken an. Das Buch ist die ideale Lektüre für den Sonntag im Liegestuhl auf der Terasse oder Veranda.

Zum Abschluss ein nicht so ganz ernstes Buch mit dem reißerischen Titel Das verbotene Buch – Geheimsache, dessen Autor(en) unerkannt bleiben will/wollen. Der Untertitel des Buches lautet „Lügen und Betrügen für Anfänger und Fortgeschrittene“ und es geht von Tricksereien rund ums Auto (Parkplatzgebühren sparen; Strafzettel ignorieren) über Mietminderung und Versicherungsbetrug hin zu Tipps für den perfekten Seitensprung und die günstige Scheidung. Jedes Kapitel ist mit angeblichen Zitaten gespickt. Inwieweit man die für echt hält, muss jeder selbst entscheiden. Einige „Tipps“ sind für mich schon in einer Garuzone und ich empfehle dringend, diese nicht nachzuahmen. Falls amn sich aber schon immer über den Lebensstil von Kollegen oder Nachbarn gewundert hat, kann dieses Buch vielleicht Licht ins Dunkel bringen.

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CD-Tipps Teil 2

In der zweiten Runde der CD-Tipps geht es um den Weltraum; genauer gesagt einmal um Science und zweimal um Fiction.

Fangen wir mit Science an: Faszination Universum – Die Geschichte der Astronomie. Drei CDs lang geht die Reise von den ersten Blicken der Menschen zum Himmel über die Antike hin zu Kepler, Kopernikus und Galilei. Dabei wird das Wissen nicht nur von einem Sprecher übermittelt; Spielszenen gehören hier genauso dazu. Man erfährt hier nicht nur etwas über bekannte Figuren der Geschichte; gerade bei der letzten CD bekommt man auch einen Einblick in die neuere Geschichte der Astronomie (und lernt deren treibenden Kräfte kennen). Insgesamt also eine sehr spannende CD, die mit 192 Minuten Spielzeit auch für eine längere Autofahrt reicht.

Die nächsten zwei CDs bringen uns in die Zukunft und mich zurück in meine Jugendzeit. Ich habe früher gerne die Romane von Mark Brandis gelsen, in denen es um einen Raumschiffkapitän/Testpilot und seine Crew ging. Leider kann ich meine Sammlung nicht vervollständigen, da die Bücher heute nicht mehr verlegt werden. Früher wusste ich sogar auswendig, wo die Bücher bei Baedeker in Essen im Regal standen (um das zeitlich einzuordnen: das war vor dem Umbau und lange vor dem Aufkauf durch Thalia).

Als mir dann bei einem Besuch in der Buchhandlung die CDs für je zehn Euro ins Auge sprangen, griff ich zu. Damit ich nicht quer durch die Buchreihe springe, entschied ich mich für die aufeinander aufbauenden Geschichten Verrat auf der Venus und Aufstand der Roboter.

Nun ist es bei Dingen der eigenen Jugendzeit ja oft so, dass sie heutzutage dann doch nicht mehr dieselbe Begeisterung wecken (z.B. bei Computerspielen) und eine CD kann ein Buch auch nicht ersetzen; aber betrachte ich das Preis-/Leistungsverhältnis, so wurde ich doch für zwei Mal 80 Minuten gut unterhalten und ich werde bei Gelegenheit weitere CDs meiner Sammlung hinzufügen.

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CD-Tipps Teil 3

In der dritten Runde geht es nun um Kriminalistik; auch hier gibt es wieder reale Dinge und Fiktion.

Ich beginne mit zwei CDs aus der Reihe VOX Crime Edition. Die erste CD (genauer: 4 CDs mit 275 Minuten Spielzeit) ist eine gekürzte Lesung des Buches Ich bin Profiler von Pat Brown. Die Autoring erzählt hier, warum und wie sie Profilerin wurde und gibt einen Einblick in einige ihrer Fälle. Sie ist laut Aussage der CD-Beschreibung die erfolgreichste Profilerin der USA. Was micha n dem Buch stört ist der (zumindest für mich) unglaubwürdige Werdegang: sie vermutete dass ihr Untermieter ein Mörder ist und das führt sie dazu dass sie sich so intensiv mit dem Thema beschäftigt, dass sie es schliesslich zu ihrem Beruf macht. Ich bin hier wohl zu sehr von unserem Ausblidungssystem geprägt, um das wirklich für realistisch zu halten. Da die CDs aber nicht zu teuer sind, bieten sie (sofern einen das nicht stört) zumindest einen interessanten Einblick in die Aufgaben eines Profilers.

Die zweite CD (4 CDs mit 290 Minuten; gekürzte Lesung) ist nur etwas für starke Mägen; denn hier geht es auf die berühmte Body Farm in den USA. Der Knochenleser von Bill Bass und Jon Jefferson erzählt die faszinierende Geschichte der ersten Body Farm. Wem das nichts sagt: auf der Body Farm wird anhand von der Forschung zur Verfügung gestellten Leichen wissenschaftlich untersucht, wie Tote unter bestimmten Bedingungen verwesen. Diese Arbeit hilft den Ermittlungsbehörden, bei Verbrechen wichtige Spuren besser verstehen zu können. Der Zuhörer erfährt etwas über die Geschichte der Body Farm und den Widerständen dagegen, aber auch etwas über die Dinge, die die Forscher aus dieser wichtigen Arbeit lernen. Wer Serien wie CSI mag und nun etwas über die Wissenschaft dahinter erfahren möchte, dem lege ich die CDs sehr ans Herz.

Kommen wir nun zu einer CD, die zwar sehr spannend ist, aber auch nicht etwas für Jeden ist: Dem Tod auf der Spur von Michael Tsokos. Der Untertitel „10 spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin“ beschreibt schon ganz gut, worum es hier geht. Diese CD (4 CDs mit 266 Minuten; gekürzte Lesung) rückt am Anfang schon einige Irrtümer zurecht, die man nach dem Betrachten diverser Fernsehserien hat; es wird z.B. der Unterschied zwischen einem Gerichtsmediziner und einem Pathologen erklärt. Der Zuhörer erfährt etwas über die Arbeit des Gerichtsmediziners ganz allgemein und wird dann anhand von zehn Fällen in die Feinheiten des Themas eingeführt. Das ist sehr spannend, aber stellenweise auch sehr hart. Insbesondere gilt das für den Fall eines kleinen Mädchens, das aufgrund von Vernachlässigung gestorben ist. Diese Episode ist nur sehr schwer mitanzuhören. Insgesamt aber ist diese CD hörenswert.

Verlassen wir nun die Welt der realen Kriminalistik und begeben wir uns in die Fantasiewelten von Krimiautoren. Den Anfang macht Arne Dahl mit Opferzahl. In Stockholm findet in der U-Bahn ein Bombenanschlag statt und schnell fällt der Verdacht auf islamistische Terroristen. Als nun aber deren Mitglieder der Reihe nach ermordet werden, steht die Sonderkommission vor einem Rätsel.

Diese Geschichte ist ein Buch aus einer Reihe über eine Spezialeinheit der schwedischen Kriminalpolizei (ich lese gerade ein weiteres Buch); allerdings muss man nicht die anderen Bücher gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können. Ist man allerdings keine skandinavischen Krimis gewohnt (was nach den Büchern von Stig Larsson eigentlich nur noch für Höhlenmenschen in Papua-Neuguinea sowie unentdeckte Völker im Amazonas-Regenwald gelten dürfte), dann muss man sich vom Tempo und der Erzählweise her etwas umstellen; insbesondere fehlen hier die strahlenden, makellosen Helden. Die Geschichte ist nämlich deutlich komplizierter als es den Anschein hat…

Aufgrund der Länge ist die CD (5 CDs nit 363 Minuten; gekürzte Lesung) etwas für lange Bahn- oder Autofahrten und gelegentlich zieht es sich etwas; aber insgesamt durchaus hörenswert.

Kommen wir nun zum letzten Buch: Töte mich von Jon Osborne. Es geht hier um einen Serienkiller und die FBI-Agentin, die Jagd auf ihn macht. Die Besonderheit des Killers: er ahmt andere Serienkiller nach und „verbessert“ dabei deren Taten; er korrigiert deren Fehler. Die ganze Geschichte wird dadurch persönlich, dass der Killer in der Bauchhöhle seiner Opfer Plastikbuchstaben hinterlässt, die die Anfangsbuchstaben der FBI-Agentin ergeben. Ich sage dazu nur so viel: ich habe es im Auto gehört und bin einmal sogar einen Umweg gefahren, um das Kapitel noch zu Ende zu hören! Ein absoluter Kauftipp!

Damit habe ich jetzt endlich alle zuletzt gehörten CDs besprochen; mehr gibt es erst nach meinem nächsten Besuch im Buchladen;-)

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Japan für Anfänger

Schon länger fasziniert mich Asien und hier besonders Japan. Gerade weil wir Europäer ja gerne glauben, wir hätten die Kultur erfunden, sehen viele Menschen nicht dass in Asien es auch schon lange weit entwickelte Kulturen gibt, die sich aber in vielen Dingen von unserer europäischen Kultur unterscheiden. Ursprünglich war ich besonders an China interessiert; die politischen Verhältnisse dort haben mein Interesse aber abkühlen lassen. Insbesondere die Geschichte der Samurai hat mich fasziniert; ob wohl mir natürlich klar ist, dass die Realität nichts mit den Samurai der Filme (wie z.B. The last Samurai mit Tom Cruise).

In diesem Jahr habe ich auch angefangen Japanisch zu lernen; leider musste ich den Kurs aus verschiedenen gründen abbrechen. Ich bin aber zumindest dazu gekommen, zwei Bücher zu dem Thema zu lesen.

Das erste Buch ist Kulturschock Japan von Martin Lutterjohann. Das Buch beschreibt auf 220 Seiten die verschiedensten Aspekte von Japan: wie sich Japaner aufd er Arbeit und zu Hause verhalten, was man beim Kontakt mit Japanern beachten sollte, wie es Japaner mit der Religion halten und welche Künste in Japan gepflegt werden. Trotz des knappen Umfangs bekommt mane ins ehr gutes Bild von Japan und bekommt jede Menge Tipps, wie man in Japan nicht von einem Fettnäpfchen zum Anderen springt. Auchw enn eine Reise nach Japan nicht geplant ist, kann ich mir doch vorstellen das das Buch als Reisevorbereitung sehr nützlich ist. Aber auch zum ersten Kennenlernen des Landes eignet sich das Buch gut.

Das zweite Buch ist für den Japanreisenden gedacht; egal ob er auf Geschäftsreise ist oder sich privat in Japan aufhält. Das Buch gehört zur Buchreihe „Fettnäpfchenführer“; sein Titel ist Japan – Die Axt im Chrysanthemenwald von den Autoren Kerstin und Andreas Fels. Das Buch beschreibt die (fiktive) Geschäftsreise von Egon Hoffmann und in ejdem Kapitel wird Herr Hoffmann mit einer neuen Facette von Japan konfrontiert. Er tritt in jedes sich bietende Fettnäpfchen und nach der Beschreibung der Situation wird sein Fehler erklärt und es wird beschrieben, wie man es besser machen kann. Zusätzlich erhält man weitere Informationen über Land, Leute, Sitten und Gebräuche. Es ist mal ein anderer Ansatz und es war ein Vergnügen das Buch zu lesen. Ich kenne jetzt das passende Verhalten beim Entgegennehmen einer Visitenkarte, werde in einem japanischen Badehaus hoffentlich nicht negativ auffallen und weiss auch, dass man seine Essstäbchen nicht in die Schale mit dem Reis steckt. Und ich weiss jetzt, warum japanische Toiletten Musik machen.

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