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Kommentare zu Kinofilmen, TV- und Radiosendungen

TV-Tipp: Scorpion

Seit wenigen Wochen läuft Sonntags Abends um 22:15 Uhr die neue Serie „Scorpion“. Die Helden sind ein Computer-Genie mit Vergangenheit, ein Spezialist für Verhaltensanalyse mit einem leichten Spielproblem, ein Rechen-Genie mit fotografischem Gedächtnis und einigen Phobien , eine Hardware-Hackerin mit Wut-Problem, ein Special Agent (Robert Patrick aus „Terminator 2“) sowie eine Kellnerin mit hochbegabten Sohn, die als „Übersetzerin für soziale Kontakte“ fungiert. Das klingt nach „The Big Bang Theory“ im Action-Umfeld und was in den bisherigen drei Folgen als Lösung von Problemen präsentiert wird, ist stellenweise ziemlich abgedreht. Aber allein die Szene in der Pilotfolge, wo aus einem (sehr!) tieffliegenden Jumbo-Jet der Ko-Pilot ein Computerkabel aus dem ausgefahrenen Fahrwerk heraushängen lässt, damit aus dem drunter herfahrenden Sportwagen per Laptop die Software des Bordcomputers heruntergeladen werden kann, ist so bizarr, dass es schon wieder lustig ist. Wenn man die Geschichten nicht zu ernst nimmt, ist das Ganze gute Unterhaltung mit interessanten Charakteren.

Einfach mal reinschauen!

Kinokritik: Blackhat

Nachdem WHOAMI[1] im letzten Jahr ja schon gut vorgelegt hat, war ich gespannt wie ein aktueller US-amerikanischer Film das Thema „Hacking“ darstellt. Der Trailer deutete auf eine interessante Story hin, in dem Angriffe auf Industrieanlagen von einem böswilligen Angreifer durchgeführt werden. Dieser Angreifer schien keine der üblichen Motive wie Geld oder Rache zu haben.

Auf der Suche nach einem Kino waren wir dann aber schon erstaunt, dass der Film scheinbar nur noch in der Spätvorstellung läuft. Wir mussten unsere Suche bis nach Witten ausweiten, wo der Film dann auch um 20 Uhr gezeigt wurde. Der Kinosaal selber erinnerte dann aber mehr an ein gut ausgebautes Heimkino (mit dem Nachteil, dass die Untertitel schlecht lesbar waren).

Ich hatte vorher extra alle Kritiken ignoriert, um nicht zu viel von der Story zu erfahren. Mittlerweile weiss ich dank IMDB, dass der Film schon nach wenigen Wochen in den USA nur noch in ca. 240 Kinos gezeigt wird und dass auf einen Start in Australien angeblich komplett verzichtet wurde. Der Film soll Verluste in Höhe von 90 Mio. US-$ eingefahren haben.

Da stellt sich die Frage: ist er wirklich so schlecht? Ich weise vorsichtshalber darauf hin, dass für den Rest des Artikels gilt: SPOILER ALARM. Wer den Kinobesuch noch vor sich hat, für den gibt es jetzt ein kurzes Fazit: kein Hit, aber wir haben die Ausgabe auch nicht bereut.

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Wie sieht nun die Story aus? Zeitgleich werden Steuercomputer in den USA und China angegriffen. Die Angriffe in den USA bleiben folgenlos, aber der Angriff in China führen zu einer Explosion in einem Nuklearreaktor. Ich fand hierbei die Eingangssequenz, in der wohl angedeutet werden sollte wie sich die Schadsoftware im Computer verbreitet, ganz gut gemacht.

Der Ermittler in China (dessen Schwester passenderweise auch eine Spezialistin in der IT ist) schlägt seinen Vorgesetzten eine Zusammenarbeit mit den US-Ermittlern vor. Als er entdeckt, dass der Schädling teilweise auf seinem eigenen alten Code und dem eines ehemaligen Kommilitonen beruht, holt er den inhaftierten Hacker hinzu (Auftritt Chris Hemsworth). Der fängt natürlich eine Affäre mit der Schwester seines Kumpels an, was übrigens meiner Frau nicht gefiel. Sie fragte mich nachher, warum eigentlich immer eine Romanze eingebaut werden muss; zudem fand sie, dass doch eher wenig gehackt wurde. Muss mein schlechter Einfluss sein…

Die Helden werden durch halb Asien gejagt, 9/11 wird auch kurz eingebaut und zum Schluss kommt es zum Showdown mit den Bösen, die dann doch nur am Geld interessiert sind.

Ach so, die NSA (und deren geheime Software) kommt auch noch drin vor.

Was mir zu dem Film einfällt:

  • es wird auch gehackt und man verzichtete auf übetrieben unrealistische Oberflächen. Eigentlich wurden hauptsächlich Konsolenzugriffe gezeigt.
  • manche regen sich über eine IP-Adresse auf, die in zwei Oktetten Zahlen größer als 255 enthielt. Hat mich nicht egstört, da ich ja auch an fiktive Telefonnummern gewöhnt bin
  • der Hacking-Anteil ist moderat und nimmt zum Ende hin deutlich ab
  • der Action-Anteil ist (gerade in der zweiten Hälfte) hoch
  • es stellt sich die Frage, ob ein hochrangiger Mitarbeiter der NSA wirklich einfach so ein PDF öffnen würde und ob es möglich wäre, darüber dort einen Keylogger zu installieren
  • würde die NSA wirklich einen Remotezugriff auf eine streng geheime Software zulassen? (aber die haben sich ja auch von einem kleinen Techniker den Fileserver lerrräumen lassen;-))
  • der Trailer verspricht eine etwas andere Story
  • der böse Hauptschurke war enttäuschend (wobei „Die Hard 4“ mit der Figur des Thomas Gabriel die Latte meines Erachtens sehr hoch gelegt hat)
  • das Finale war etwas krawallig und es war unglaubwürdig, dass bewaffnete Leute durch eine große Menschenmenge laufen können, ohne eine Panik zu erzeugen

Der Film folgt den üblichen Hollywod-Storywegen und ist deshalb kein „Hacker-Film“. Betrachtet man ihn als Action-Film mit Hacker-Elementen, dann ist er aber gute Unterhaltung. Er ist kein Blockbuster-Material wie Mission Impossible, aber solide Unterhaltung.

Was mir ganz gut gefiel: es gab zwischendurch ruhige Szenen, die dadurch besonders wirkten, weil in ihnen nicht gesprochen wurde.

Warum ist der Film nun so gnadenlos gefloppt? Auf IMDB gibt es mehrere Theorien dazu:

  • er trat gegen „American Sniper“ an und der scheint in den USA alle anderen Filme zu überrollen
  • Chris Hemsworth ist zwar als Thor bekannt („The Avengers“), aber er ist eben (noch) kein Zugpferd wie Tom Cruise oder Jason Statham
  • man nahm Chris Hemsworth den Hacker nicht ab
  • für einige Zuschauer war wohl unglaubwürdig, dass jemand ein guter Hacker und gut im Nahkampf ist
  • in der englsichen Fassung ist die Schwester wohl schwer zu verstehen
  • schlechte Kritiken haben potentielle Besucher dann abgeschreckt

Aber vielleicht haben die Zuschauer auch befürchtet (wie die uns begleitenden Damen), dass man im ganzen Film nur Leute vor Bildschirmen sieht.

Ich möchte auf den Punkt mit „man nahm ihm den Hacker nicht ab“ noch mal eingehen. Das erinnert mich ein bisschen an die Diskussion „ist Ben Affleck ein guter Batman“. Hier wird den Schauspielern gar nicht erst die Chance gegeben, die Zuschauer zu überzeugen; dumme Vorurteile eben.

Würde ich mir den Film noch einmal im Kino ansehen? Vermutlich nicht (dafür gibt es zu viele andere interessante Filme). Werde ich mir die DVD zulegen? Ja, denn ich sammle Filme mit „Hacking“ als Topic und da passt er rein.

Wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung in den Film rein geht, dann wird man nicht enttäuscht werden; aber es reicht eventuell auch, wenn man sich die DVD zulegt.

Meine persönlichen Hacker-Filme bleiben „Hackers“, „Wargames“, „Takedown“ und „Whoami“ (und, ausser Konkurrenz, „Die Hard 4“;-)).

[1] http://wallutis.de/?p=1737

 

 

HBO – John Oliver

Eigentlich ist dieser Blog ja frei von Werbung, aber ab und zu gibt es Sachen, auf die muss man einfach aufmerksam machen.

Surft man auf YouTube (und da kann man sich schnell verlieren), findet man manches Interessante, viel (für mich) Uninteressantes und einen ganzen Haufen „WTF?“. Aber immer wieder gibt es wunderschöne Perlen zu finden und eine davon ist John Oliver. Er ist Moderator einer Sendung auf dem US-amerikanischen Bezahlsender HBO. Netterweise wird seine Show kostenlos in einem eigenen YouTube-Kanal bereitgestellt; wobei ich dafür sogar bezahlen würde.

John Oliver ist (soweit ich weiss) Engländer, der aber in den USA lebt(?) und arbeitet. Viele seiner Themen sind auf die USA bezogen, aber oft trotzdem interessant. Er kommentiert Dinge wie Kinder-Schönheitswettbewerbe, Nuklearwaffen und die Todesstrafe. Oftmals kann ich mich vor Lachen kaum halten; aber gleichzeitig transportiert er viele Infos, die so nicht in der Presse stehen.

Falls jemand z.B. Argumente gegen TTIP und die dort geplanten internationalen Schiedsgerichte sucht, dem empfehle ich die Sendung über Tabakkonzerne[1] (ca. ab Minute 8).

Der einzige Haken ist, dass die Sendungen nur auf Englisch sind; aber zumindest das ist sehr gut verständlich.

Und die Sendungen sind gut als kleiner Snack zwischendurch, da sie zwischen 3 und 20 Minuten lang sind.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=6UsHHOCH4q8

Kino-Tipp: Whoami

Hinweis: der folgende Text könnte Hinweise auf entscheidende Punkte der Handlung enthalten. Wer sich den Spass nicht verderben will, sollte vielleicht erst ins Kino gehen;-)

Normalerweise bin ich kein großer Fan deutscher Produktionen. Deutsche Filme stellen oft Psychologie und Beziehungsprobleme in den Vordergrund, auch wenn es (meiner Meinung nach) nicht zur Geschichte passt. Aber der Trailer zu „Whoami“ machte mich neugierig: ein deutscher Film über Hacker? „23“ war ja ein ganz guter Film, aber auf der anderen Seite gibt es im Moment ja auch eine Schwemme an „Hacker“-Filmen. Aber das Kino schien mir eine bessere Alternative zu Halloween zu Hause zus ein und da ein Freund mitkommen wollte, habe ich mich in Bewegung gesetzt;-)

Der Film fängt mit dem Ende an und der Hauptdarsteller erzählt, wie es zu diesem Ende gekommen ist. Diese Erzählweise ist ja nicht unbekannt im Kino und wird in verschiedenen Filmen unterschiedlich eingesetzt. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber einem fleissigen Filmgucker werden zum Ende des Films (mindestens) zwei weitere Filme einfallen…

Die Geschichte wird gut erzählt und man baut zu den einzelnen Darstellern eine gute Beziehung auf (ob positiv oder negativ mag bei Jedem unterschiedlich sein).

Was mir gut gefiel: die Darstellung der Unterhaltungen im Chat. So etwas ist ja immer schwierig darzustellen, aber hier fand ich die Umsetzung sehr gut gelungen.

Wenn gehackt wurde, dann machte Einiges auf den Bildschirmen sogar Sinn; insbesondere NMAP wurde mit zusätzlichen Skripten immer wieder ins Spiel gebracht.

Natürlich muss Einiges so dargestellt werden, dass auch das Nicht-Computeraffine Publikum unterhalten wird (und die Geschichte vorangetrieben wird). Deshalb kann ich zwei Dinge auch wohlwollend tolerieren;-)

Erstens: wie wir alle schon in „Hackers“ gelernt haben: man hackt nicht von zu Hause aus (ok, in „Hackers“ geht der Satz weiter mit „keine Bank“). Und der zweite Fehler: man klebt entweder die Kamera im Laptop ab oder deaktiviert sie;-)

Die Hacks selber waren echt lustig. Mehr verrate ich aber nicht;-) Allerdings hoffe ich aber mal, dass man beim BND nicht so einfach ins neue Gebäude kommt; sonst muss ich mich schon fragen, wohin das ganze Geld für den Bau ging;-)

Schön war auch, dass „Social Engineering“ und „Hardware Hacking“ eine Rolle spielten; oft sieht man in Filmen ja meistens nur Software-Voodoo.

Mein Fazit: ich empfehle den Film; auch für Nicht-Technikaffine. Und wenn er auf DVD rauskommt, kommt der Film in meine Sammlung.

PS: nette Randnotiz: auf Seiten der Ermittler gab eine Haeckse den entscheidenden Hinweis.

 

 

 

 

Warum wir CSI: Miami nicht mehr gucken

Wir sind langjährige Fans des CSI Franchise, wobei wir am Liebsten CSI: LV mit William Petersen schauen. Aber wir haben auch regelmäßig CSI: Miami angesehen.

Aber CSI: Miami war auch immer die Serie, in der die eigentlich „Guten“ immer wieder Dinge taten, die man von Polizisten nicht erwarten würde (davon abgesehen dass sie auch Dinge taten, die im richtigen Leben nicht die Aufgabe von Labormitarbeitern sind).

Die Grenze war für uns erreicht, als gegenüber einem Verdächtigen nicht nur Gewalt angedroht wurde, sondern auch ausgeübt wurde. Es ist wohl kaum die Aufgabe der Polizei Selbstjustiz zu üben. Obwohl es sich ja um fiktive Ereignisse handelt, könnte beim durchschnittlichen Zuschauer der Eindruck erweckt werden, dass solch ein Verhalten akzeptabel ist.

Wie ich heute dann erfahren habe, wurde CSI: Miami in den USA abgesetzt. Meine Trauer hält sich in Grenzen.

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