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Bücher und Hörbücher

Lesefutter

Nach längerer Pause melde ich mich wieder zurück. Da ich in letzter Zeit viel mit der Bahn fahre, ist die Liste der gelesenen Bücher ziemlich groß. Dieser Beitrag dreht sich aber nur um zwei Bücher. Diese Bücher finde ich so besonders, dass sie nicht in einem großen Beitrag untergehen sollen.

Das erste Buch ist Die Macht der Geographie von Tim Marshall. Der Untertitel Wie sich die Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt beschreibt sehr schön den Inhalt des Buches. Tim Marshall betrachtet die Politik einiger Länder anhand der geographischen Gegebenheiten und hilft so, manche politische Entscheidungen besser zu verstehen (auch wenn man sie trotzdem nicht gutheissen muss). Ein Beispiel ist Russland, dass deshalb Pufferstaaten zwischen sich und Europa stellen möchte, da die nordeuropäische Tiefebene für potentielle Angreifer kein geographisches Hindernis darstellt. Im Buch wird auch das Verhältnis von Indien und Pakistan betrachtet sowie geopolitische Gründe für die Besetzung Tibets durch China. Aber es beschreibt auch Gründe, warum manche Gebiete auf der Erde sich wirtschaftlich besser entwickelt haben als Andere. Hier wird z.B. Europa (Wasserverbindung von Norden nach Süden und keine großen trennenden Bergketten) mit Lateinamerika verglichen. Solche Gründe mögen nicht die Einzigen sein, aber es ist interessant darüber mal nachzudenken. Der Autor beschränkt sich weitgehend auf Fakten und das mag nicht jedem gefallen; aber so wird man in seiner Meinungsbildung nicht beeinflusst.

Wer in diesem Jahr nur ein Buch zum Thema Politik/Geschichte lesen will, dem lege ich dieses Buch ans Herz.

Das zweite Buch widmet sich einem Thema, bei dem viele Leute aufstöhnen werden: Mathematik. Leider ist schlechter Mathematik-Unterricht oft der Grund, warum Menschen keinen Bezug zur Mathematik finden. Die Mathematik ist aber nicht nur eine große geistige Leistung der Menschheit und bietet viele Möglichkeiten den eigenen Verstand zu trainieren, sondern ist auch extrem wichtig für das Verstehen der heutigen Welt. Man nehme hier nur das Thema Statistik, zu dem ich später auch noch einen Tipp haben werde. Aber bleiben wir erst mal bei meinem Buchtipp.

The Joy of x wurde von Steven Strogatz verfasst, einem Professor für angewandte Mathematik. Ausgehend von der (scheinbar) simplen Tätigkeit des Zählens nimmt Strogatz den Leser mit auf eine Reise durch die Mathematik. Dem Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren sind eigene Kapitel gewidmet, die selbst bei so einfachen Themen plötzlich neue Einsichten bringen. Ohne daß man sich versieht, steckt man plötzlich mitten in Variablen und wird in das Land der Funktionen geführt. Weitere Themen sind Geometrie, Differential- und Integralrechnung, Statistik und immer wieder das Thema der Unendlichkeit. Bei Letzterem darf Hilberts Hotel nicht fehlen.

Das klingt jetzt nach einem anstrengenden Buch; aber ich kann versprechen, dass man ohne größere Anstrengungen von Thema zu Thema wandert und sich ständig neue Erkenntnisse ergeben.

Ich habe selber Mathematik studiert und schon viele Bücher zu dem Thema gelesen; aber dieses Buch ist einzigartig. Ich empfehle, immer mal wieder ein Kapitel zu lesen (nur keine zu großen Abstände dazwischen) und in den Pausen das Gelesene sich setzen zu lassen.

Will man der Mathematik noch mal eine Chance geben oder sagt man sich, dass man nur noch ein Buch über Mathematik in seinem Leben lesen will, dann ist es dieses Buch.

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, aber mittlerweile gibt es auch eine deutsche Ausgabe (bisher aber wohl nur als Hardcover). Der deutsche Titel ist The Joy of x: die Schönheit der Mathematik.

Zahlentricksereien oder warum ein guter Mathematikunterricht wichtig ist

Vor ein paar Tagen lief in der ARD die Sendung „Die Story im Ersten: Im Land der Lügen“. Mal davon abgesehen dass die Sendung mal wieder zu einer unmöglichen Zeit kam (22:45 Uhr) handelt es sich hier um einen Beitrag, den jeder mal gesehen haben sollte und der sich auch gut für den Politik- oder Mathematikunterricht eignet. Anhand einiger Beispiele wurde gezeigt, wie man mit dem Verknüpfen von Aussagen (und dem Weglassen entscheidender Informationen) zu ganz seltsamen Ergebnissen kommen kann („kleine Menschen gehen häufiger zum Arzt“). Auch wurde gezeigt, wie man Grafiken oder Statistiken „passend“ machen kann, je nachdem welches Ergebnis man erzielen will. Es wurde aber auch gezeigt, wer die treibende Kraft hinter manchen Aussagen ist. Mir war z.B. nicht bekannt, dass der Arzt, der den Zusammenhang zwischen Cholesterin und Fett im Essen (z.B. in der Butter) als Erster propagiert hat, für das Margarine-Institut gearbeitet hat während er diesen Artikel schrieb. An anderer Stelle wurde aus einem Einkommenszuwachs über 10 Jahre plötzlich ein Zuwachs innerhalb eines Jahres. So was kann vor lauter Begeisterung über TTIP ja schon mal passieren; das sollte man dem INSM (Institut für neue soziale Marktwirtschaft) nicht übel nehmen;-)

Eine wichtige Aussage eines Forschers war, dass man sich besser informieren soll, wie Statistiken zu lesen sind. Ich folge dem Aufruf ja schon länger und habe schon einige gute Bücher gefunden. Und ja, die kann man auch lesen, wenn Mathe in der Schule nicht das Lieblingsfach war…

Aktuell kann ich dazu empfehlen:

Walter Krämer: So lügt man mit Statistik

ISBN: 978-3-593-50459-9

Preis: 19.99€

Der Preis mag einem für 200 Seiten erst ein wenig teuer vorkommen; aber es lohnt sich. Man muss seinen politischen Ansichten nicht unbedingt zustimmen, aber die Ausführungen zum Missbrauch von Statistiken, der falschen Anwendung von Wahrscheinlichkeitstheorie sowie dem Manipulieren von Grafiken sind sehr erhellend.

Ein nettes Beispiel: in Mexiko wollte man die Kapazität der Autobahnen dadurch erhöhen, dass man eine dritte Spur einführt. Da man vorher zwei Spuren hatte, entsprach das einer Kapazitätserweiterung von 50%. Man hat aber keine dritte Spur angebaut, sondern einfach aus zwei Spuren drei gemacht. Das führte dann aber zu deutlich mehr Unfällen. Also strich man die dritte Spur wieder und verringerte so die Kapazität um 33%. Laut ECONOMIST meldete die mexikanische Regierung im Abschlussbericht dann eine Netto-Kapazitätserweiterung von 17%…

Die Fernsehsendung findet man übrigens noch bis zum 11.04.2017 in der ARD Mediathek[1]. Klare Guckempfehlung!

PS: genau für solche Sendungen bezahle ich gerne meine Rundfunkgebühren.

[1] http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Im-Land-der-L%C3%BCgen/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=34622130

 

Buchtipp

Ich bin beim Buchkauf der Typ „Spontankäufer“, der oft ein Buch mitnimmt, weil es interessiert; gleichzeitig weiß ich aber, dass ich es nicht sofort lesen werde. So liegen diese Bücher oft jahrelang im Regal, bis ich in der richtigen Stimmung für das Thema des Buches bin.

Das Buch, das ich diesmal empfehlen möchte, ist aus dem Jahr 2006; wobei ich aber nicht weiß, ob ich es nicht auch später geholt habe. Diesmal geht es um ein Thema, dass ich bisher noch nicht in meinem Blog hatte: Musik. Genauer gesagt geht es um „Heavy Metal“ bzw. „Rock’n’Roll“. Die von der Person gespielte Musik wird allgemien als Heavy Metal bezeichnet, ob wohl der Verfasser der Autobiographie seine Musik als Rock’n’Roll bezeichnet (und angeblich Heavy Metal nicht mag).

Wenn ich nun noch sage, dass es um die Autobiographie des Gründers der (nach eigener Aussage) „lautesten Rockband der Welt“ handelt, dürfte vielen Lesern klars ein, um wen es geht: White Line Fever von Ian Lemmy Kilmister (mit Hilfe von Janiss Garza). Klingelt es immer noch nicht? Dann werfe ich noch mal Motörhead in den Raum…

Auf ca. 280 Seiten schildert Lemmy seine Kindheit, den Werdegang in verschiedenen Bands und die Erlebnisse mit der Musikindustrie.

Eine Warnung vorneweg: wer viel Wert auf „political correctness“ legt, sollte vielleicht vom Lesen Abstand nehmen…

Im ersten Teil des Buches geht es hauptsächlich um Mädchen und Drogen. In der Schule kam Lemmy nicht klar; da zeigt sich schon seine etwas andere Persönlichkeit. Er trifft in dieser Zeit Musiker, die erst später berühmt werden; zu nennen sind da z.B. Jon Lord und die Beatles. Zu den Beatles hat er auch gleich eine schöne Anekdote bereit, denn John Lennon war manchmal gar nicht so friedfertig, wie es den Anschein hatte.

Zu dieser Zeit beschliesst Lemmy, dass auch er Musiker werden will; hierbei ist es interessant zu hören, warum es viele Bands eben nicht geschafft haben. Das muss nicht immer an fehlendem Talent gelegen haben.

In dieser Zeit wird er auch zum ersten Mal Vater, was allerdings nicht beabsichtigt war.

Ich kannte zwar schon die Geschichte, dass Lemmy Roadie bei Jimi Hendrix war; aber getroffen haben sich die Beiden dann wohl doch nie.

Es gibt dann ein paar Stories aus seiner Zeit bei Hawkwind (ja, die mit „Silver Machine“). Interessant ist hierbei, dass der Name „Motörhead“ auf einem Lied von Hawkkind beruht und dass Lemmy vor Hawkkind immer Gitarre gespielt hat. Dass er Bassist geworden ist, war von ihm gar nicht geplant.

Der größere Teil des Buches beschäftigt sich mit seiner Band Motörhead und den wechselnden Bandmitgliedern; ich fand hier die Einblicke in die Mechanismen der Musikindustrie sehr interessant.

Lemmy lässt im Buch auch Einblicke in seine persönliche Gedankenwelt zu, die sehr interessant sind (und vielleicht nicht unbedingt seinem Bild in der Öffentlichkeit entsprechen).

Leider endet das Buch im Jahr 2002; aber vielleicht gibt es ja mal eine Fortsetzung.

Ich habe (dank zweier Zugfahrten) das Buch in einem Tag durchgelesen. Mir hat es sehr gefallen.

 

 

Buchtipps

Das erste Buch bringt zwei Welten zusammen, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben: Mathematik und Kriminalistik. Dieses Thema wurde ja schon in der (leider viel zu früh eingestellten) Fernsehserie Numb3rs thematisiert[1]. Das Buch Wahrscheinlich Mord von Coralie Colmez und Leila Schneps beschreibt den Einsatz von Mathematik vor Gericht und den Fallstricken, die dabei lauern. In den beschriebenen Fällen werden Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik dazu benutzt, die Schuld von Angeklagten zu „beweisen“. Die Autorinnen zeigen nachvollziehbar auf, welche teils haarsträubenden Fehler gemacht werden. Da werden schon mal „bedingte“ mit „unabhängigen“ Wahrscheinlichkeiten vertauscht, was teils fatale Auswirkungen auf die (unschuldig) Verurteilten hat; oder es wird „sehr unwahrscheinlich“ mit „kann nicht sein“ verwechselt. Das Buch ist so geschrieben, dass man auch ohne mathematische Vorkenntnisse gut folgen kann und es ist spannend zu lesen, wie die fehlerhaften Anwendungen Stück für Stück widerlegt werden.

Das zweite Buch ist eigentlich kein Buch, sondern es handelt sich um ein Heft aus der Reihe GEO Epoche: Geschichte der Spionage. In 17 Beiträgen geht die Reise vom 13. Jahrhundert (ein Spion des Papstes am Hof der Mongolen) über Industriespionage im 18. Jahrhundert bis zu Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg (Enigma) und dem kalten Krieg (Die „Cambridge Five“). Es wird auch über die Ursprünge von BND, Mossad, KGB CIA und NSA berichtet und schliesst ab mit einem mehrseitigen Abriss der Geschichte der Spionage. Ich fand das Heft sehr spannend.

[1] Hierzu noch ein Buchtipp: The numbers behind Numb3rs von Gary Lorden (mathem. Berater der Serie) und Keith Devlin (bekannter Mathematiker und Buchautor).


 

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Buchtipps

Da ich längere Zeit nichts gebloggt habe, stapeln sich auf meinem Tisch die gelesenen Bücher. Es ist also mal wieder Zeit für ein paar Buchbesprechungen.

Anfangen möchte ich mit dem Buch Der heilige Krieg von Guido Knopp, Stefan Brauburger und Peter Arens. Das Buch beschreibt die (militärischen) Konflikte zwischen muslimischen und christlichen Konfliktparteien von der Geburt des Islams bis heute. Dabei wird beschrieben, dass sich gerade die muslimischen Eroberer z.B. während der Kreuzzüge deutlich humaner verhalten haben in Bezug auf die Schonung des Gegners und der Zivilbevölkerung. Es wird auch aufgezeigt, wie die westlichen Mächte die muslimischen Völker gerne ausgenutzt hat, um eigene Ziele zu verfolgen (z.B. im ersten Weltkrieg). Aber es wird auch beschrieben, wie die muslimischen Länder im Laufe der Jahrhunderte durch eigenen Fehler ihre Vormachtstellung in Kultur und Wissenschaft verspielten. Das Buch liefert gutes Hintergrundwissen, um die Situation im nahen und mittleren Osten besser verstehen zu können. Bei einem Preis von 12,99€ und einem Umfang von ca. 380 Seiten (und einem handlichen Format) ist das eine schöne Urlaubslektüre.

Das nächste Buch ist Geheimer Krieg von Christian Fuchs und John Goetz. In disem Buch wird aufgezeigt, wie wichtig Deutschland für den „KAmp gegen den Terror“ der USA ist und wie tief verwickelt deutsche Dienste sind. Es geht hierbei um die Steuerung von Drohnen, das Koordinieren von Einsätzen auf dem afrikanischen Kontinent und das Abhören. Obwohl ich Einiges schon aus anderen Quellen kannte, haben mich die detaillierten Beschreibungen schon öfter geschockt. Wer sich eingehender mit diesem Themenkomplex beschäftigen will, dem kann ich das Buch nur sehr ans Herz legen.

Mit dem dritten Buch bleiben wir in Deutschland; aber jetzt geht es um das organisierte Verbrechen. Der ehemalige Kölner Staatsanwalt Egbert Bülles beschreibt in „Deutschland Verbrecherland?„, wie sich die organisierte Kriminalität in Deutschland ausgebreitet hat und welchen Problemen sich Polizei und Ermittlungsbehörden stellen müssen. Ich stimme ihn nicht immer zu (z.B. beim Thema Vorratsdatenspeicherung), aber das Buch enthielt doch einige interessante Informationen. Die größten Probleme scheinen das Desinteresse der Politik sowie die personelle Unterbesetzung von Polizei und Staatsanwaltschaft zu sein. Auch wenn man, wie ich, seine Aussagen nicht immer teilt, ist es ein wichtiges und interessantes Buch. Und man soll ja sowieso nicht immer nur Sachen lesen, die einen in der eigenen Meinung bestärken.

Nun gehen wir von der Sachbuchabteilung weg in die Thriller-Ecke. Das erste Buch ist Biest von Jenk Saborowski. Dieses Buch reiht sich ein in die Liste der Bücher, bei denen es sich um Cyber-Attacken gegen Industrieanlagen dreht. Das Buch spart nicht an Klischees (böse Russen), aber ist ganz unterhaltsam geschrieben. Ich will nicht zu viel über den Inhalt verraten, aber das Ende enthält einen netten Twist. Als HArcover wäre mir der Preis zu hoch, aber das Tschenbuch stellt ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis dar. Das richtige Buch für den Strand;-)

DAs letzte Buch ist Silent Control von Thore D. Hansen. Auch dieses Buch dreht sich (surpise, surprise) um die Themen Hacker, Überwachung und Geheimdienste. Hier will ein schwedischer Hacker nur mit Hilfe eines selbst geschriebenen Programms für Transparenz sorgen und steckt plötzlich inmitten einer Verschwörung, in die auch die CIA verwickelt ist. Deren Leiter hat etwas entwickeln lassen, dass Überwachung in ungeahnter Dimension ist. Und es wird auch sehr schön beschrieben, wer daran Interesse haben könnte und wie man widerstrebende Politiker dazu bringt, den Einsatz zu unterstützen. Das Buch braucht etwas, bis es einen fesselt; aber das Durchhalten wird mit einer interessanten Geschichte belohnt. Inwieweit man die beschribene technologie für realistisch hält, muss jeder selbst entscheiden. Ich bezweifle nicht, dass daran geforscht wird; aber ich hoffe sehr stark, dass das nie jemand einsetzt.

Das soll es für heute erst mal gewesen sein.

Buchtipp: Kill Decision

Das Buch Kill Decision von Daniel Suarez lag nun schon etwas länger auf meinem Schreibtisch und dank einer längeren Zugfahrt und der Feiertage bin ich endlich dazu gekommen es auch mal zu lesen.

Eigentlich reicht als Empfehlung schon die Nennung des Autoren, da Daniel Suarez schon mit den bisher erschienenen Büchern gezeigt hat, dass er spannende Geschichten rund um aktuelle Technik schreiben kann. Aber dieses Buch sollte auch von nicht so Technik-affinen Menschen gelesen werden, da hier einige interessante Probleme angesprochen werden. Ich will nicht zu viel verraten, aber zumindest die Ausgangssituation kann ohne Spannungsverlust geschildert werden. In den USA kommt es zu mehreren Anschlägen mit unbemannten Flugkörpern. Die Urheber können nicht sofort ermittelt werden und als dann auch noch ein Anschlag im mittleren Osten erfolgt, ist nicht klar ob die USA Täter oder Opfer sind. Hauptprotagonisten sind die Mitglieder einer US-Spezialeinheit sowie eine Ameisenforscherin. Wem nicht sofort klar ist, was eine Ameisenforscherin mit Drohnen zu tun hat, dem sei versichert: das wird im Laufe des Buches erklärt. Mehr möchte ich über die Geschichte nicht verraten. Mich hat das Buch so gefesselt, dass ich es sehr schnell durchgelesen hatte.

Bei einigen Sachen im Buch fragt man sich „ist das nicht nur Fiktion“? Passend zum Buch hörte ich auf dem 30C3 in Hamburg einen Vortrag über (zivile) Drohnen. Was mich hier doch erstaunt hat: schon in diesem Bereich gibt es Möglichkeiten für den Quasi-autonomen Flug (zumindest outdoor). Nimmt man jetzt noch die Meldung dazu, dass das US-Militär (und sie sind da bestimmt nicht die Einzigen) über die Anschaffung autonomer bewaffneter Drohnen, die auch die Tötung von Menschen quasi-autonom durchführen sollen, dazunimmt, dann ist das Buch plötzlich näher an der Realität als gedacht. Und das ist kein beruhigender Gedanke…

Ein weiteres Problem bei der Nutzung von bewaffneten Drohnen wird im Buch gut dargestellt: Drohnen können gut verschleiern, von wo ein Angriff kommt. Und wie soll man sich gegen einen Angreifer verteidigen, wenn man gar nicht weiss, wer der Angreifer ist?

Daniel Suarez spricht zudem (in Dialogen) einige weitere Probleme gerade von verdeckt operierenden Militäreinheiten an; er gibt hier aber nur Argumente vor und überlässt die Meinungsbildung dem Leser.

Fazit: Ich kann dieses Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

 

Buchempfehlungen

Nach langer Zeit ist es mal wieder Zeit für einen Blog-Artikel und insbesondere für Buchempfehlungen.

Anfangen möchte ich mit dem einzigen Roman des heutigen Artikels: Radikal von Yassin Musharbash. In diesem Roman geht es um einen Sprengstoffanschlag in Berlin und um einen freiberuflichen Terrorexperten, der aufgrund einer gefühlten Schuld tief in den Fall eindringt.

Es ist immer schwierig, eine Zusammenfassung eines Buches zu geben, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten. Ich habe das (Taschen-)Buch im Laden immer wieder in die Hand genommen und dann weggelegt, da mir die Geschichte zu sehr auf der aktuellen Terroroismus-Plot-Welle zu reiten schien. Ich bin froh, dass ich es dann doch genommen habe. Falls man an dem Thema interessiert ist und mal etwas Anderes als die üblichen Schauplätze haben möchte, dem kann ich das Buch (zum Preis von 9,-€) als Urlaubslektüre empfehlen. Die Länge von knapp 400 Seiten zeigt, dass es keinen Leerlauf in der Geschichte gibt.

Die nächsten beiden Bücher beschäftigen sich auch mit dem Thema „Terrorismus“; diesmal aber mit leider wahren Geschichten. Das erste Buch trägt den Titel Verfassung ohne Schutz und wurde von Winfried Ridder geschrieben, der laut Buchdeckel lange Zeit mit der Auswertung der Informationen von V-Männern beim Verfassungsschutz beschäftigt war. Das Buch beschäftigt sich größtenteils mit Links-Terrorismus, enthält aber auch ein Kapitel zur „NSU“. Das Bild, dass Ridder von der Nutzung von V-Männern zeichnet, ist ernüchternd. Laut seiner Aussage haben es die Geheimdienste nie geschafft, nahe an den Kern der RAF heranzukommen. Er betrachtet den Einsatz von V-Männern rückblickend sehr kritisch. Das Buch liefert auch interessante Informationen zu der Zeit der RAF, die mir so nicht bekannt waren. Zum Schluss des Buches macht er einige Vorschläge zur Verbesserung der Lage. Was mich allerdings stutzig gemacht hat: in einer Dokumentation zu den Vorfällen in Bad Kleinen wird davon gesprochen, dass hier sehr wohl ein V-Mann nahe an RAF-Mitgliedern war. Man sollte das Buch also mit kritischer Distanz lesen. Trotzdem fand ich es sehr interessant.

Das nächste Buch wurde geschrieben von Christian Fuchs und John Goetz und trägt den Titel Die Zelle. Der Untertitel Rechter Terror in Deutschland weist darauf hin, worum es geht: die NSU. Das Buch beschreibt in knapper und präziser Form den Weg der drei (mutmasslichen) Terroristen von ihrem Abtauchen in den Untergrund bis hin zur Festnahme von Beate Zschäpe. Besonders erschreckend ist zu lesen, dass zumindest einige der Morde hätten verhindert werden können; besonders erschreckt hat mich, dass Uwe Böhnhardt am Tags eines Untertauchens während einer Durchsuchung von einem Polizisten quasi gewarnt worden ist: „jetzt gehste ab, der Haftbefehl ist schon unterwegs“. Und unter den Augen der Polizei setzt er sich in sein Auto und fährt weg.

Das Buch gibt zudem einen Einblick in die rechte Szene und erinnert noch mal an Vorkommnisse, die manch einer gerne vergessen würde (z.B. der Brand in einem Asylbewerberheim in Rostock Anfang der 90iger Jahre, der von Hunderten Schaulustiger verfolgt wurde). Man kann dem Buch nur vorwerfen, dass es erscheinen ist, bevor der NSU-Untersuchungsausschuss seinen Bericht abgeliefert hat und der Strafprozess beeendet wurde; so dürften viele bisher nicht bekannte Informationen fehlen. Aber das Buch liefert einen guten Startpunkt.

Das nächste Buch hat zwar nichts mit Terrorismus zu tun; wir bleiben aber im Themenbereich „Straftaten“. Axel Petermann ist Kriminalkomissar und Tatortanalytiker mit 30 Jahren Berufserfahrung. Sein Buch Auf der Spur des Bösen beschreibt reale Fälle aus Deutschland, an denen er beteiligt war. Leider istd er Untertitel „Ein Profiler berichtet“ wohl der Tatsache geschuldet, dass Profiler im Fernsehen jetzt gerade in sind. Axel Petermann hat zwar auch Interviews mit Verurteilten durchgeführt, um die Hintergründe einer Tat zu begreifen; aber auch die Auswertung von am Tatort gefundenen Spuren nimmt einen großen Teil des Buches ein. Sehr interessant ist der Bericht über einen Fall, bei dem alle Spuren auf einen bestimmten Verdächtigen hindeuteten. Eine DNS-Analyse (wohl die erste indDeutschland durchgeführte) bewies aber seine Unschuld. Das Lebend es Verdächtigen war aber trotzdem zerstört.

Ein sehr interessantes und spannendes Buch; allerdings sollte man nicht davor zurückschrecken, auch Details einer Gewalttat zu erfahren.

Um das Knacken von Fällen geht es auch beim nächsten Buch; hier sind es aber keine grausamen Kriminalfälle, sondern Codes. Der bekannte Autor Klaus Schmeh erzählt in seinem Buch Nicht zu knacken über Codes, die sich bisher einer Entschlüsselung widersetzt haben. Er schreibt über das berühmte Voynich-Manuskript (von dem man nicht weiss, ob es überhaupt etwas Sinnvolles enthält), bisher nicht entschlüsselte Enigma-Funksprüche, den Nachrichten des Zodiac-Killers hin zu der Beale-Chiffre (die angeblich zu einem Schatz führt) und zu rätselhaften Inschriften auf dem CIA-Gelände. Das Buch erzählt unterhaltsam und ohne zu viel Theorie die Geschichten hinter den Chiffren und eignet sich gut als Urlaubslektüre.

Das nächste Buch ist etwas Besonderes: es ist ein Comic. Dieser Comic hat aber ein besonderes Thema: Wirtschaft. Yoram Bauman und Grady Klein führen auf interessante Weise in die Thematik der Mikroökonomie ein. Man sollte sich auch von dem Format nicht täuschen lassen; desto weiter man im Buch fortschreitet, desto anspruchsvoller wird es. Ein faszinierendes Format, dass vielleicht auch Leute an das Thema heranführt, die sonst einen Bogen um Wirtschaftsbücher machen.

Das letzte Buch bezeichnet sich auch als „Sachcomic“, wobei „kleinformatiges Buch mit Bildern“ besser passen würde. Logik von Dan Cryan,Sharron Shatil und Bill Mayblin ist vom Format her wirklich ein Taschenbuch (gut für Bahnfahrten), aber der Inhalt wiegt schwerer als die Verpackung. Ausgehend von Aristoteles wird der Leser bzw. die Leserin in die Logik eingeführt. Große Teile des Buches drehen sich um die Frage, was genau als Beweis gelten kann. Dabei muss man sich schon sehr genau konzentrieren,d a es sich nicht gerade um leichte Kost handelt. Allein der Abschnitt über Chomsky kann zu akuten Kopfschmerzen führen, sofern man (wie ich) vorher nur wenig mit dessen Theorien zu tun hatte. Das Format, der Umfang von ca. 180 Seiten und der Preis von 10,-€ sprechen zwar auch für ein Buch für den Urlaub, aber nur wenn man sowieso schon über einen hohen Nerd-Faktor verfügt. Fazit: interessant, aber sicherlich kein Buch für die breite Masse.

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Hörbuch-Tipp: Die Wächter

Die Wächter ist eine Geschichte von David Baldacci. Eine kleine Gruppe von Verschwörungstheoretikern beobachtet einen Mordfall. Ziemlich schnell wird klar, dass dieser Mordfall mit einer Verschwörung in Zusammenhang steht. Allerdings verrate ich nicht zu viel wenn ich sage, dass Manches anders ist als es auf den ersten Blick scheint.

Ich habe schon einige Bücher von David Baldacci gelesen und obwohl die Geschichten nicht schlecht sind, ist er nicht unbedingt ein herausragender Autor. Aber man muss ihm zugute halten, dass trotz der eher konventionellen Erzählweise er es auch diesmal schafft, eine besondere Wendung in die Geschichte einzubauen. Wer also nach einem unterhaltsamen Roman im Geheimdienst-Milieu sucht und lange Autofahrten vor sich hat, wird hier durchaus annehmbar unterhalten.

Und falls ich es richtig gesehen habe, taucht einer der Protagonisten in einem anderen Buch des Autors wieder auf.

Noch ein paar Buchkritiken

Das erste Buch ist ein deutscher Kriminalroman, der das aktuell so beliebte Thema „Computerkriminalität“ zum Inhalt hat. Es geht um den Inhaber eines Internet-Unternehmens, der bemerkt dass jemand in sein System eingebrochen ist. Seine Systeme sollen als Sprungbrett für einen Angriff auf das Bundeskanzleramt genutzt werden. Der Held kämpft hierbei nicht nur gegen externe Feinde, sondern auch gegen Verräter in der eigenen Firma.Takeover von Fritjof Karnani ist akzeptabel, wenn man nur wenig andere Bücher zu dem Thema kennt. Vergleicht man es aber mit Büchern von z.B. Jeffery Deaver, fällt es doch etwas ab; gerade das Ende war etwas unbefriedigend. Allerdings gibt es das Buch auch als Taschenbuch und dann ist es als Urlaubslektüre durchaus zu empfehlen.

Nun ein ganz großer Sprung zu einem anderen Thema: Mission Gottesreich von Oda Lambrecht und Christian Baars. Der Untertitel „Fundamentalistische Christen in Deutschland“ verrät, worum es in dem Buch geht. Wir regen uns ja gerne über die religiöse Rechte ind en USA auf und übersehen dabei, dass es solche Leute durchaus auch bei uns gibt. Glaubt man den Buchautoren, sind es in Deutschland schon über eine Million.Auch bei uns gibt es Anhänger einer antiquierten Sexualmoral (Selbstbefriedigung, Homosexualität) und auch hier leben Vertreter des Kreationismus und des „Intelligent Design“. Insbesondere ist interessant, wie viel Einfluss solche Leute u.a. durch das Betreiben von staatlich anerkannten Ersatzschulen haben. Vielleicht sollten wir unsere Augen mal von den USA ab und auf unser eigenes Land richten.

Und wieder ein thematischer Sprung hin zu dem kleinen Büchlein Feindbild Islam von Jürgen Todenhöfer. Todenhöfer stellt hier zehn Thesen auf (und begründet sie), die unserem Bild über den Islam (und ebesonders den Meldungen in der Presse) widerspricht. Schon die erste These beschreibt sehr eindringlich, dass eigentlich die westliche Welt deutlich gewalttätiger als die muslimische ist. Beispiele hier sind z.B. Algerien und der Irak zu Zeiten der Kolonialisierung. In einer weiteren these wird beschrieben, dass die Unterdrückung der Frauen eher auf archaischen Bräuchen als auf dem Koran beruht (z.B. Beschneidung, die auch in christlic geprägten afrikanischen Ländern praktiziert wird). Aber Todenhöfer macht auch den Moslems klar, dass sie z.B. im Bereich der Frauenrechte, aber auch bei der Abgrenzung von Fanatikern noch Einiges zu tun haben. Insgesamt ein interessantes Buch, das zum Nachdenken anregt. Und der Preis von fünf Euro hält nun nicht gerade vom Kauf ab (das Büchlein hat aber auch nur 65 Seiten).

Welches Thema hatten wir noch nicht? Wie wäre es mal mit dem Thema „Ernährung“? Thilo Bode, der Gründer der Organisation „Foodwatch“, beschreibt in Die Essensfälscher, was uns die Lebensmittelkonzerne so auftischen. Da geht es von Wellness-Produkten über mangelnde Qualität hin zur „Zuckerlüge“ und zu angeblichen Bioprodukten. Bode kritisiert aber nicht nur, er macht auch Vorschläge. Ich hatte dem Thema „Ernährung“ bisher wenig Aufmerksamkeit gewidmet; aber das Buch regt wirklich zum Nachdenken an. Für mich eine klare Kaufempfehlung!

Thematisch zum Stichwort „Nachdenken“ passt das Buch Die Kunst des klaren Denkens von Rolf Dobelli. Auf knapp über 200 Seiten betrachtet der Autor 52 klassische Denkfehler und gibt Tipps, wie mans ie künftig vermeiden kann. Sei es der „Overconfidence-Effekt“ (die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten), der „Knappheitsirrtum“ (knappe Kekse schmecken besser) oder „The Association Bias“ (das Verknüpfen von Ereignissen, die in Wirklichkeit nicht zusammen hängen); das Buch regt zum Nachdenken an. Das Buch ist die ideale Lektüre für den Sonntag im Liegestuhl auf der Terasse oder Veranda.

Zum Abschluss ein nicht so ganz ernstes Buch mit dem reißerischen Titel Das verbotene Buch – Geheimsache, dessen Autor(en) unerkannt bleiben will/wollen. Der Untertitel des Buches lautet „Lügen und Betrügen für Anfänger und Fortgeschrittene“ und es geht von Tricksereien rund ums Auto (Parkplatzgebühren sparen; Strafzettel ignorieren) über Mietminderung und Versicherungsbetrug hin zu Tipps für den perfekten Seitensprung und die günstige Scheidung. Jedes Kapitel ist mit angeblichen Zitaten gespickt. Inwieweit man die für echt hält, muss jeder selbst entscheiden. Einige „Tipps“ sind für mich schon in einer Garuzone und ich empfehle dringend, diese nicht nachzuahmen. Falls amn sich aber schon immer über den Lebensstil von Kollegen oder Nachbarn gewundert hat, kann dieses Buch vielleicht Licht ins Dunkel bringen.

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Buchbesprechung Metasploit – Das Handbuch

2010 und 2011 habe ich am BackTrack Day in Fulda teilgenommen. Dort hatte ich das Vergnügen Michael Messner kennenzulernen, der dort Workshops zum Metasploit Framework gehalten hat. Michael hat nun die Lücke gefüllt dass es kein deutsches Buch zur Einführung in das Metasploit Framework gibt. Und ich finde, dass ihm das sehr gut gelungen ist.

Metasploit – Das Handbuch zum Penetration-Testing-Framework führt auf ca. 500 Seiten schrittweise in das Metasploit Framework ein. Das erste Kapitel beschreibt grob die Bestandteile eines Penetrationstestes, gibt Tipps für die Dokumentation und macht Vorschläge für die Einrichtung eines Testlabors. Es versteht sich von selbst, dass die Beispiele im Buch nur entweder in einem Testlabor oder mit Genehmigung der Besitzer der getesteten Rechner durchgeführt werden dürfen!

Im zweiten Kapitel geht es um die Entstehungsgeschichte von Metasploit, die Installation unter verschiedenen Betriebssystemen und um eine kurze EInführung in die Benutzerschnittstelle. Danach geht es dann direkt in die Benutzung. Das Buch beschreibt, wie man die anzugreifenden Systeme analysiert und auf Schwachstellen hin überprüft. Schon hier bekommt man einen ersten Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Frameworks. Danach geht es darum, wie man Schwachstellen auf den entdeckten Systemen ausnutzt und sich Zugriff verschafft. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob mit vielen Konsolenausgaben Seiten gefüllt werden sollen. Aber dieser Eindruck täuscht. Sieht man sich die Beispiele genauer an, erkennt man wie ein Baustein auf dem anderen aufbaut. Die Konsolenausgaben sind für das Verständnis des Buches (und des Frameworks) sehr wichtig.

Wenn man nun Zugriff erhalten hat, möchte man ja seine Rechte auf dem System erweitern sowie weitere Systeme von dort aus angreifen. Ein ganzes Kapitel widmet sich deshalb der Post-Exploitation-Phase; hierbei liegt der Schwerpunkt auf Meterpreter, einem enorm mächtigen Payload. Allein hier gab es für mich viele neue Dinge zu entdecken.

Greift man nun viele Systeme an, stellt sich zwangsläufig die Frage nach Automatisierungsmöglichkeiten. Das nächste Kapitel widmet sich den Automatisierungsmöglichkeiten innerhalb von Metasploit; z.B. beim Thema des Passwortknackens. Zu diesem Thema ist anzumerken, dass nach dem Erscheinen des Buches db_autopwn (das automatisierte Ausnutzen von Schwachstellen) aus Metasploit entfernt wurde. In der nächsten Auflage des Buches wird das berücksichtigt werden, wie der Autor es auf seiner Webseite angekündigt hat. Da aber db_autopwn wohl weiterhin eingebunden werden kann, ist das Kapitel weiterhin sehr nützlich.

Nun gibt es aber nicht nur Betriebssysteme, sondern auch andere mögliche Ziele. Als Nächstes folgt im Buch ein Kapitel über Webapplikationen, Datenbanken und (sehr kurz) Angriffe auf virtualisierte Umgebungen. Metasploit bietet zwar nicht so viele Möglichkeiten wie ein dedizierter Webscanner, aber dieses Kapitel zeigt sehr schön, wie man die Ergebnisse aus anderen Tools in Metasploit einbinden kann.

Falls man keine Angriffsmöglichkeit auf Server hat, kann man den Einstieg ja auch über den Client versuchen. Folgerichtig widmet sich das nächste Kapitel den Attacken auf Clients (z.B. XSS-Angriffe). Passend dazu widmet sich das neunte Kapitel u.a. der Einbindung des Social Engineering Toolkits sowie von BeEf, dem Browser Exploitation Frameworks.

Wem jetzt noch nicht der Kopf raucht: im nächsten Kapitel geht es um die Entwicklung eines eigenen Exploits. Mit ein wenig Verständnis für Programmierung kann man dem Kapitel sehr gut folgen. Hierzu isr den Workshop vom BackTrack Day 2010 eine gute Ergänzung.

Das letzte Kapitel widmet sich den kommerziellen Versionen Metasploit Express und Metasploit Pro. Dieses Kapitel richtet sich mehr an den professionellen Pentester. Abgerundet wird das Buch mit einem Literatur- bzw. Linkverzeichnis mit fast 290 Einträgen.

Fazit: das Buch bietet eine sehr gute Einführung in das Metasploit Framework. Die Kapitel bauen logisch aufeinander auf und die Beispiele helfen beim Verständnis sehr. Das Buch lässt sich sehr gut lesen; ich habe es auf zwei langen Bahnfahrten komplett gelesen (ohne Rechnerzugriff). Der Autor ist offen gegenüber Kritik, Anregungen und Hinweisen auf Fehler. Wenn man dem Buch etwas vorwerfen kann: es ist (trotz 500 Seiten) zu kurz. Ich hätte vom Autor gerne zu verschiedenen Theme noch mehr gelsen; aber irgendwo muss man Abstriche machen. Das trübt aber den sehr guten Eindrcuk nicht. deshalb formuliere ich es mal als Wunsch und nicht als Kritik: gerne würde ich ein zweites Buch zu dem Thema lesen. Wie wäre es: Advanced Metasploiting?

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